ROSEN
Eine wundervolle Geschichte
Einer lieben Freundin ist erst kürzlich der Partner gestorben.
Er ist nicht sanft entschlafen. Er ist gestorben. Er wollte noch leben. Am Ende schien er mit dem Tod einverstanden.
Ich schlafe nicht sanft. Ich sterbe. Das hatte er aufgeschrieben.
Nach seinem Tod, hat meine Freundin ein Buch gelesen, in dem der Autor darüber schreibt, dass er sich, als seine Frau verstorben war, von ihr noch etwas wünschte: Rosen auf seiner Türschwelle. Es ging ihm nicht um die Rosen, sondern um die Gewissheit einer weiteren Verbindung zwischen ihnen.
Als er am nächsten Tag aufwachte, lag im Hauseingang eine Rose. Am Tag darauf lief er direkt vor seiner Wohnungstür in eine Rose. Er schrieb darüber und wusste dann, sie war noch um ihn.
Meine Freundin war ganz erfreut über diese Geschichte und dachte so bei sich, ach ja, so Rosen fände ich auch gut. Und sie wünschte sich auch Rosen.
Noch während sie es mir erzählte lachte sie schon mit ihrem üblichen Schabernack in der Stimme. Für sie stand außer Frage, dass ihre Verbindung zueinander bestand. Aber sie fand diese Idee so gut. Und Du kannst es Dir ja vorstellen, sie lachte immer mehr, es lagen natürlich keine Rosen vor meiner Tür. Sie machte sich nichts daraus. Am Nachmittag ging sie in das Zimmer, in dem er verstorben war und nach einer Weile bemerkte sie einen ungewöhnlichen Duft darin. ROSENDUFT.
Ist das nicht schön? Sie begann leise zu weinen.
Ja, das ist schön.
Magst Du denn Rosen?
Nö, aber jetzt schon.
Sie kaufte sich einen kleinen Rosenstrauch und buddelte den in ihren Garten.
Das ist auch schön.


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