Dienstag, 17. März 2026

Wonderstories/Rosen

 









ROSEN

 

Eine wundervolle Geschichte

Einer lieben Freundin ist erst kürzlich der Partner gestorben.

Er ist nicht sanft entschlafen. Er ist gestorben. Er wollte noch leben. Am Ende schien er mit dem Tod einverstanden.

Ich schlafe nicht sanft. Ich sterbe. Das hatte er aufgeschrieben.

 

Nach seinem Tod, hat meine Freundin ein Buch gelesen, in dem der Autor darüber schreibt, dass er sich, als seine Frau verstorben war, von ihr noch etwas wünschte: Rosen auf seiner Türschwelle. Es ging ihm nicht um die Rosen, sondern um die Gewissheit einer weiteren Verbindung zwischen ihnen.

Als er am nächsten Tag aufwachte, lag im Hauseingang eine Rose. Am Tag darauf lief er direkt vor seiner Wohnungstür in eine Rose. Er schrieb darüber und wusste dann, sie war noch um ihn.

 

Meine Freundin war ganz erfreut über diese Geschichte und dachte so bei sich, ach ja, so Rosen fände ich auch gut. Und sie wünschte sich auch Rosen.

Noch während sie es mir erzählte lachte sie schon mit ihrem üblichen Schabernack in der Stimme. Für sie stand außer Frage, dass ihre Verbindung zueinander bestand. Aber sie fand diese Idee so gut. Und Du kannst es Dir ja vorstellen, sie lachte immer mehr, es lagen natürlich keine Rosen vor meiner Tür. Sie machte sich nichts daraus. Am Nachmittag ging sie in das Zimmer, in dem er verstorben war und nach einer Weile bemerkte sie einen ungewöhnlichen Duft darin. ROSENDUFT.

Ist das nicht schön? Sie begann leise zu weinen.

Ja, das ist schön.

Magst Du denn Rosen?

Nö, aber jetzt schon.

Sie kaufte sich einen kleinen Rosenstrauch und buddelte den in ihren Garten.

Das ist auch schön.

Montag, 16. März 2026

Frühling

 

 

 

 


 

 

 

Frühling

 

Frühling aller

Orten

In mir

die fröhliche

Sonne

Grüne Sprossen

feiner Ideen

Lebenswandel

in gelbem Eifer

Wer mich

heute trifft

kann Früchte

ahnen

Ich weiß

nur mich

Wenigstens

Hoffnung

 

 

 

 
 
 
 




Donnerstag, 12. März 2026

Über Liebe und Zusammenhalt/LIEBESGESCHICHTEN







Vor kurzem haben wir in der Literaturgruppe, die ich besuche, organisiere und mitgestalte ein Buch vorgestellt, das im Nachklang vor allem durch seine zarte Liebesgeschichte hervorstach.

ÜBER MEERESHÖHE von Francesca Melandri.
Eine Begegnung zwei sehr unterschiedlichen Menschen auf dem Weg zu ihren Angehörigen.
Beide besuchen verurteilte Schwerverbrecher in einem Hochsicherheitsgefängnis auf eine Insel im Mittelmeer in Italien. Luisa, eine Bäuerin und Mutter mehrerer Kinder besucht ihren Ehemann, der als Gewaltverbreher nicht nur sie beschädigt hat, sondern auch jemanden umgebracht und im Gefängnis auch noch einen Mitarbeiter getötet hat. Paolo, eine Lehrer und Philosophieprofessor bescuht seinen Sohn, einen Terroristen.
Beide Menschen begegnen sich auf der Überfahrt hin und auch zurück übers Meer, auf Meereshöhe.
Der Roman besticht durch die Liebe zu allem, zur Natur, zur Politik, zu Menschen, zur Sprache, zur Verbundenheit zwischen allem und vor allem durch seine vorurteilsfreie Autorin, die all dies in wertfreiem SOWOHL ALS AUCH beschreibt.
Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich beglückt und mir sicher, dass dies eine der berückendsten und zartesten Liebesgeschichten ist, die ich je gelesen hatte.
 
Im Anschluss an den Vortrag über dies Buch fragte ich in die Runde, welche Liebesgeschichten in der Literatur die Teilnehmerinnen in ihrem Leben erinnern. Es wurde so ruhig. Als hätte es noch nie eine gegeben in unserer aller Literaturleben.
Alle fingen an nachzudenken und wir nahmen uns vor, das beim nächsten Mal zum Thema zu machen.
 
Am nächsten Tag dann begann folgender Briefwechsel zwischen Hanna und mir. 
 
Liebe Ute, ich denke den ganzen Nachmittag, warum ist uns gestern Abend nicht Anna Karenina eingefallen. Ist Dir auch noch eine große Liebesgeschichte in den Sinn gekommen? Einen schönen Abend, liebe Grüße Hannah

Liebe Hanna
Na Du bist ja toll.
Wobei wir dann auch sofort bei EFFI BRIEST sind. Und bei den UNKENRUFEn von Grass... das sind die Klassiker Herren.
Aber da haben wir noch nicht erinnert die LOVELETTERS, den Briefwechsel zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville West  oder auch DIE STUNDEN von Michael Cunningham . Also schwimmen wir in den Klassikern nur so herum... aber gut, dass Du Anna Karenina erwähnst. Was machen wir mit KRIEG UND FRIEDEN?!!! Toll oder?!!! Wenn wir erstmal zu graben beginnen, kommen wir als Viel Leserinnen weit voran. Und da haben wir überhaupt nicht die phantastischen Schmonzetten Doktor Schiwago und noch fetter Vom Winde verweht erwähnt...aber da ist die Liebe ja auch zu prätentiös und schlicht... 
Da gibt es doch auch noch den Roman DIE FRAU DES ZEITREISENDEN von Audrey Niffenegger, eine irre Liebesgeschichte auf verschiedenen Zeitschienen, das war ein tolles Buch?!!! Wirklich!!! Max Frisch mit HOMO FABER gehört auch unbedingt dazu...also gut, ich gehe später durch meine Bibliothek. Morgen kommt übrigens das neue Buch von Siri Hustvedt GHOSTSTORIES raus, in dem sie über ihre Beziehung Liebe Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann Paul Auster schreibt. Das ist dann mit Sicherheit die aktuelleste Liebesgeschichte in der Literatur.
 
Es gibt bei all den Wirren und Hasstiraden da draussen in der Welt diese wundervolle Welt der Bücher. Phantasien Wünsche Möglichkeiten, das ist die Welt für den Frieden und die Liebe unter den Menschen, die Welt der Kreativität und Gegenentwürfe, des Zusammenhaltes und was wir davon geschenkt bekommen.

DER GESANG DER FLUSSKREBSE von Delia Owen  gehört auch hier rein, unbedingt!!!
 
Erinert Ihr Euch an schöne Lesestunden zur Liebe? Welche? Bereichert uns bitte mit Euren Erinnerungen!!!

 
Und immer daran denken: Wir sind DIE LIEBE und leuchten wie Sterne. Deshalb gibt es die Sterne, dass wir uns in dieser Welt an unser Leuchten erinnern.   





Mittwoch, 11. März 2026

Über Liebe und Zusammenhalt / Sorgenfrei

 

                                                 Carolyn Gavin Woman with floral dress 

 

 

Ohne Sorgen

                        Lebt es mich

                                               freier

das bunte

                        überraschende

                                               Leben

 

 

Ohne Ärger

                        Freut es mich

                                               Liebevoll

Das lächelnde

                        Umarmende

                                               Sein

Freitag, 27. Februar 2026

UND PLÖTZLICH BIN ICH ALT




 




Und plötzlich bin ich alt

Alter zeigt sich unvermittelt

Die Falten unterm Hals sind über Nacht gekommen

Oder ich habe sie einfach immer Übersehen

Die Falten in den Achselbeugen zum Rücken hin zeigen sich

Das Dekolte zeigt feine Risse

Die Haut wird insgesamt weicher und unelastischer

Die Hände haben kleine braune Flecken und Wunden heilen nicht mehr selbstverständlich, sondern die Haut zeigt eine andere Farbe

Das Gewicht wird gewichtiger und malt den Leib fülliger

Etwas Gemüt liegt in allem gemütlicher

Die Nerven brauchen länger zur Rekonvaleszenz

Der Schlaf zieht sich zurück

Die Haare gehen mehr aus, auf allem Dunklen zeigen sich die Strähnen

Das Grau setzt sich durch

Nase Ohren Mund die Schleimhaut braucht mehr Feuchtigkeit

Die Adern an Beinen treten mehr hervor

Das Lachen hinterlässt neue Spuren im Gesicht, die Tränen aber auch

Erschöpfung zeigt sich eher im Antlitz

Die Sonne wendet sich mir mehr zu, ich genieße ihre Wärme deutlicher

Ich mag all diese Spuren

Ich mag sie auch an anderen älter gewordenen und neu gewonnen Freundinnen

Wir sind gemeinsam alt geworden und unser Alter beginnt grade

Die Gnade vor der Unvollkommenheit setzt sich durch und ich erlebe dies als Glück

Farbe freut die Seele

Schöne Worte heimeln an

Freundlichkeit wird wichtiger

Trennendes zieht sich zurück

Stimmen brechen manchmal und verzeihen mehr

Die Verpflichtungen sind abhandengekommen und ich frage mich, wie konnte ich die so lange halten

Gerechtigkeit findet in der Nähe statt

Liebe auch, sie umfasst mehr

Krankheiten werden zusammengetragen und mit Lebenserfahrung gepaart

Verstecken war gestern

Heute ist Annahme

Ich liebe Alter

Gelassenheit ruft in vielen Situationen

Gereiztheit springt zuweilen unvermittelt hervor und wird gleich wieder ausgeglichen

Es gibt keine Zeit zu verlieren, jede Begegnung hat die Endlichkeit im Gepäck

In keine Nacht mehr mit trennendem Kummer sondern Versöhnung umgehend

Die eigenen Schatten kennen wiedererkennen und raus in die Sonne

Schlafen Aufwachen welch Glück

Aufstehen Bewegen welch Wohltat

Morgen für Morgen Neues Alter