Sonntag, 5. April 2026

Ostern! Sind wir jetzt durch?

 

 


 

Ostern! Sind wir jetzt durch?

 

Samstag vor Ostern klingelt es nachmittags an meiner Tür.

Die zehnjährige Ella steht mir gegenüber. Wir pflegen regen Austausch. Zuerst hatte sie alle meine Kinderbücher durchgelesen und jetzt gehen wir regelmäßig zusammen in die Stadtbücherei. Sie hat noch einen kleinen Bruder, aber der kann noch nicht lesen. Ihre Eltern und ich haben uns vor vielen Jahren an meinen Bücherkisten kennengelernt. Ich hatte angefangen, Bücher auszusortieren und sie am Bordstein ausgestellt zu verschenken.

Durch Zufall entdeckte ich, dass die beiden Nachbarn fast alle nahmen. Einmal kam ich grade dazu, als der Vater und Ella in den Kisten kramten. Die Bildbände nahmen Ella und der Vater erzählte mir, dass sie sich schon beschwert hatte, dass für sie so gar nichts dabei war. Da nahm ich sie mit zu mir und wir begannen eine Lesefreundinnenschaft.

Jetzt also stand sie vor mir und ging schnurstracks an mir vorbei, setzte sich in einen Sessel, ihren Lesesessel, wie sie ihn mal nannte. Ohne Umschweife kam sie direkt zur Sache. Also meine Mutter hat mich zu Dir geschickt. Ich weiß natürlich, dass sie mich loswerden will, damit sie in Ruhe die Ostereier verstecken kann. Aber darüber will ich gar nicht reden. Ich will wissen, ob wir jetzt mit Ostern dann durch sind.

Wie meinst Du das?

Naja, dies ganze Getue, erst Nikolaus, dann Weihnachten und jetzt noch Ostern, also sind wir jetzt durch?

Nee, sind wir nicht. Jetzt kommt noch Himmelfahrt und Pfingsten.

Ach ja, das ist das, wo wir alle schlau werden!? Stimmts?

Naja, so ungefähr könnte eine das zusammenfassen… aber es geht darum, dass plötzlich die Menschen durch die Erscheinung des Heiligen Geist merken, dass sie eine Sprache sprechen und einander verstehen können.

Na das ist aber jetzt auch arg zusammen gefasst oder? Sie schaute mich erwartungsvoll an. Meine Mutter hat gesagt, Du wärst vom Fach und könntest mir Ostern und Pfingsten erklären.!!! Der Nachdruck in ihrer Stimme machte mir deutlich, dass sie im Grunde richtig in Ruhe alles besprechen wollte. OK, ich hole jetzt mal die Kinderbibel, die mag auch ich am liebsten und wir suchen mal alles raus und lesen es zusammen, einverstanden?

Nun saß sie zufrieden da und wollte aber noch ein Glas Saft.

Ich gab ihr das Buch und holte den Saft. Als ich zurückkam, hatte sie die Widmung meiner Mutter vorne gelesen und fragte mich zuerst mal darüber aus. 

Sie hatte hineingeschrieben:

Für meine Ute, damit Du weißt, was in der Bibel steht und Du Dir später, wenn Du groß bist, eine eigene Meinung dazu machen kannst. Es sind Gleichnisse mein Kind, aber das wirst Du später verstehen.

 

Ich liebte diese Kinderbibel, ich liebte es, dass es klare Ideen zu Gerechtigkeit und Menschenliebe, Respekt und Wundern im Leben gab.

Und nun saß dieses Mädchen vor mir.

 

Wir begannen mit Pfingsten, das wollte sie so. Wir lasen abwechselnd. Sie schaute sich die Bilder mit den vielen Zungen an und dachte nach.

Heißt das, wenn wir uns richtig bemühen, dann könnten wir jeden verstehen? Ist die Liebe Pfingsten?

Ja. Mehr gab es auch aus meiner Sicht darüber zu sagen.

Und dann begann sie alles aufzuzählen, was es an diversen Lebensformen Glaubensrichtungen und Menschen gab aufzuzählen. Ja, das zu akzeptieren und zu verstehen, ja auch das ist Pfingsten.

Das ist der Heilige Geist?

Sie grinste plötzlich…Du würdest jetzt bestimmt HEILIGE GEISTIN sagen?

Ich lachte. Vielleicht…auf jeden Fall ist es eine Haltung…DIE HALTUNG

 

Am Ende hatten wir Ostern auch durch und als es zwei Stunden später klingelte und die Mutter fragend in der Tür stand, rief Ella von hinten, Du kannst reinkommen, ich kann dir jetzt alles erklären und ich will zu Ostern ein Buch geschenkt bekommen. Das hier und sie zeigte es ihrer Mutter, kann Ute nicht hergeben, das hat ihr nämlich ihre Mutter geschenkt.

 

Wir tranken noch einen Tee zusammen, der Vater und Jakob kamen später auch noch dazu und ich kann es gar nicht anders sagen: Das war ein friedliches Ostern, wie ich es liebe und mir gar nicht zu wünschen gewagt hatte. So konnte es gut auf Pfingsten zugehen darauf, dass wir dann erstmal DURCH WAREN.

 


Ich wünsche uns allen ein friedliches Osterfest, in dem Sinne, dass aller Frieden immer von jeder Einzelnen ausgeht. Das schließt unsere Schatten mit ein. 

 

 



 

Ostern

 


OSTERN

Die Ordnung alter Liturgien singen

Schuld und Sühne in Einklang bringen

Sich selber vom hohen Kreuze holen

Liebe ernten und schenken

Rettung nie verloren glauben

Des Nachts früh aufstehen und eine Kerze entzünden

In den ersten Sonnenstrahlen das Leben wissen

Vergebung verschenken

Uns und allen

Alle bleiben wir AUFERSTANDENE

Dienstag, 17. März 2026

Wonderstories/Rosen

 









ROSEN

 

Eine wundervolle Geschichte

Einer lieben Freundin ist erst kürzlich der Partner gestorben.

Er ist nicht sanft entschlafen. Er ist gestorben. Er wollte noch leben. Am Ende schien er mit dem Tod einverstanden.

Ich schlafe nicht sanft. Ich sterbe. Das hatte er aufgeschrieben.

 

Nach seinem Tod, hat meine Freundin ein Buch gelesen, in dem der Autor darüber schreibt, dass er sich, als seine Frau verstorben war, von ihr noch etwas wünschte: Rosen auf seiner Türschwelle. Es ging ihm nicht um die Rosen, sondern um die Gewissheit einer weiteren Verbindung zwischen ihnen.

Als er am nächsten Tag aufwachte, lag im Hauseingang eine Rose. Am Tag darauf lief er direkt vor seiner Wohnungstür in eine Rose. Er schrieb darüber und wusste dann, sie war noch um ihn.

 

Meine Freundin war ganz erfreut über diese Geschichte und dachte so bei sich, ach ja, so Rosen fände ich auch gut. Und sie wünschte sich auch Rosen.

Noch während sie es mir erzählte lachte sie schon mit ihrem üblichen Schabernack in der Stimme. Für sie stand außer Frage, dass ihre Verbindung zueinander bestand. Aber sie fand diese Idee so gut. Und Du kannst es Dir ja vorstellen, sie lachte immer mehr, es lagen natürlich keine Rosen vor meiner Tür. Sie machte sich nichts daraus. Am Nachmittag ging sie in das Zimmer, in dem er verstorben war und nach einer Weile bemerkte sie einen ungewöhnlichen Duft darin. ROSENDUFT.

Ist das nicht schön? Sie begann leise zu weinen.

Ja, das ist schön.

Magst Du denn Rosen?

Nö, aber jetzt schon.

Sie kaufte sich einen kleinen Rosenstrauch und buddelte den in ihren Garten.

Das ist auch schön.