Wenn Du könntest:
Würdest Du
Deine schlimmsten Erinnerungen auslöschen
Oder
deine schönste noch einmal erleben?
Diese Frage zog ich bei einem Spiel.
Auf dem Nachhauseweg ging mir die Frage noch nach.
Ich möchte alle nur möglichen Erinnerungen immer dann zurückholen können, wenn es meine Lebenssituation erfordert. Im Alter kann das durchaus auch mal hakelig sein.
Aber welche Erinnerung bitte, wäre denn die Schönste?
In solchen Kategorien lebe ich nicht. Noch während ich die Frage las, dachte ich, dass mein Leben wie alle anderen auch schwere und leichte Zeiten hatte und es mir dabei aber immer gut gegangen ist. Ich habe nie Krieg erleben müssen. Es gab also eine Grundsituation, die mich sicher gewogen hat. Es gab und gibt Themen, die begleiten mich wie zarte Schatten und nicht allen konnte ich mit Klarheit lösend begegnen. Aber ich lebe selbstbestimmt, soweit eine Gesellschaft wie unsere es zuläßt, und ich finde unser Land wohlhabend und demokratisch. Es gibt Luft nach oben in vielen Bereichen.
Es gibt also nicht diese eine glücklichste Situation. Ich lebe da etwas kleinteiliger und gegenwärtiger.
Ich möchte immer wieder Neues erleben und mich nicht verschließen.
Ich will neugierig bleiben.
Die Birkenblätter wie jedes Jahr im Herbst zusammenfegen
Dabei meine Gedanken schweifen lassen
Wünsche in den Wind Spucken
Hoffnungen in die nasse schwere Erde stapfen
Bienenwachs zu Kerzen drehen
Ein heiliges Licht anzünden
Alle ehren, die meinen Rücken stärken
Mich im Herbstlichen verlieren
Im Tagwerk kreatives finden
Die Schatten nach und nach auflösen
Mich auf den ersten Schnee freuen
An all dies kann ich mich erinnern
Alles kommt alles geht
Einmal gehe auch ich
wie Du es mir schon vorgemacht hast
an Dich erinnere ich mich
mich werde ich einloggen
So geht es mit mir und den Erinnerungen
Ach ja
Steine und Muscheln sammeln
will ich auch noch eine Weile
und mich an Strandspaziergänge erinnern










