Mittwoch, 18. Juli 2018

Sommerpause Offlinezeit


Hier ist jetzt bis Mitte August Sommerpause
Ferienzeit
Offline sein
Allen Leserinnen eine erholsame sonnenreiche Zeit
Bis bald
OKIDOKI

Montag, 16. Juli 2018

DER JÜDISCHE FRIEDHOF WEISSENSEE BERLIN


Einige Impressionen von einer ersten Annäherung/Grabinschriften und Photos



Es kehrt der Staub zur Erde zurück, wie er gewesen und der Geist zu Gott, der ihn gegeben



Mäßigung im Glück war Dir eigen, verzagen im Unglück Dir fremd, stets vertrautest Du Gott



Sie erwies nur Güte alle Tage ihres Lebens



Du warst uns viel, Du gilst uns jetzt noch mehr, einst unser Stolz, bist nun Du unsre Andacht



Es ist ein sehr alter Friedhof und der größte seiner Art in Europa. Die Inschriften sprechen die jeweilige Sprache der Zeit, Kultur und natürlich des Glaubens.



Besonders beeindruckend fand ich die Grabstelle für die geschändeten Thorarollen. 




Aus dem Buddhismus kenne ich den Respekt allen Reliquien gegenüber, und auch in der christlichen Tradition gilt der Respekt dem gegenüber, nichts darf weggeworfen oder zerrissen werden. Ein eigenes Grab fand ich noch nie. Eine ehrwürdige Tradition gegenüber unwürdigem Verhalten.



Es war mein erster Besuch dort. Es ist eine tiefe große Ruhe und Stille mitten in der Stadt. Eine URALTE STILLE. 
Ein tiefes Verlangen vor der Welt, 
dort war alles EINS, 
auch ich war eins dort mit allem, 
keine Schuld und Unschuld , 
alles gehörte dort zusammen in dieser Stille
Weltenmeditation 


Donnerstag, 12. Juli 2018

Krisen und Kreativität



Es gibt sicherlich viele Gründe zu fotografieren. Als ich im Rahmen der Ausstellung des Sony World Photographie Award diese Selbstbeschreibung einer Fotografin las, berührte mich diese doch sehr. Ich schaute mich um, umgeben von vielen Amateurfotografen*innen und überlegt, wer von uns sich dieser Selbstbeschreibung anschließen würde? Die Fotos dieser Künstlerin haben es immerhin auf den 3.Platz der Entdeckungen geschafft. Stille und zurückhaltende Bilder. Sie hängen in der ersten Ausstellungsetage dieser Ausstellung hinten Links hinter der Ecke. Empfehlenswert.
Ich selber schreibe seit meinem 20. Lebensjahr, seit ich mich erstmals entwurzelt fühlte. Ich habe nie mehr damit aufgehört. Das Fotografieren kam erst 2012 dazu, da hatte ich mich selber entwurzelt. Das Fotografieren habe ich auch nicht mehr aufgegeben. Als vor einem Jahr meine Lebensgefährtin starb, erbte ich unter anderem eine handliche Nikon Kamera. Seither nutze ich diese.
Fischerhütten in den Lagunen vor Venedig/2018 Sony World Photography Awards


Gestern besuchten wir Instagram Fotografinnen*en im Rahmen des Instawalks als Preview diese Ausstellung im Willi Brandt Haus. Ich habe bisher alle Sony Awards dort gesehen und fühlte mich nicht fremd. Fremd wars mir unter so vielen Fotografinnen*en, die ich gar nicht kenne, selber Fotos zu machen. Ich habe dort festgestellt, dass ich die Stille und den intimen Moment mit der Camera liebe. Manchmal mag ich es, mit einer Freundin zusammen loszuziehen. In dieser Ausstellung jedoch war´s mir plötzlich scheu und ohne Inspiration.
Dennoch, für die Fotos dort in der Ausstellung hat sich der Besuch wirklich gelohnt und die Atmosphäre zwischen den Teilnehmerinnen*en und Veranstalter*innen war offen, neugierig und wohlwollend.
Die Ausstellung läuft vom 13.7.-9.9.2018 kostenfrei im Willi Brandt Haus. Es wird nur die Vorlage eines Personalausweises verlangt.



ÜBRIGENS: vom 26.9.18-7.1.19 gibt es eine Ausstellung von Vivian Maiers Fotos.
Vom 26.9.-11.11.19 werden Fotos von Bernice Kolko über Geischter Mexikos, unter anderem Frida Kahlo, ausgestellt.
Vermutlich SEHR ZU EMPFEHLEN!!!!! Ich jedenfalls freue mich darauf.




Montag, 9. Juli 2018

SPIRITUELLE PRAXIS an wen sich wenden



In meinem Leben gehört es schon lange dazu, auf unterschiedliche Art und Weise spirituelle Praxis zu leben, zu beten, meditieren, anzurufen und vor allem immer wieder auch zu danken. Im Trauerjahr, was sich ja nun langsam dem Ende zuneigt fühlte ich mich einerseits angewiesener und zugleich auch noch mal auf für mich vollkommen neue Art verbunden…mit der Anderwelt, den Göttinnen und anderen spirituellen Wesen…auch die Praxis veränderte sich. Morgens vor dem Frühstück zog ich mich zurück…plötzlich waren mir Gebete wichtig und Segenssprüche. Manchmal fühlte ich mich unsicher, an wen ich mich nun mit meinen Bitten wenden sollte. Irgendwann dachte ich, ist doch auch egal, ich bleibe so genau wie möglich in meinen Anliegen und überlasse die Verantwortung vollkommen bei der anderen Seite, sollten die Göttinnen selber entscheiden, wer den Job nehmen wollte und ob meine Anliegen in Ordnung sind.
„Schütze mich vor dem was ich mir wünsche“ ist doch einer der besten Sprüchen von Jenny Holzer, auch das habe ich oft im Hinterkopf bei meinen Bitten und bedenke sie mit.
So mutete es mich wunderbar an, als ich heute in einem Buch über Aborigines las, dass sie in ihrer Praxis der Bitten und Anliegen folgende Wortlaute nutzen:
…wir gehen Euren Weg, wir sind hier, um Eurem Daseinszweck Ehre zu erweisen…wenn es zu unserem Besten und zum Besten allen Lebens auf der Welt ist…
Dann ist es Sache der Welt, Pflanzen, Tiere, Wesenheiten, Gottheiten, unter sich auszumachen, wer gewählt wird.
Dann kann es auch schon sein, dass ein Känguru der Sonntagsbraten wird, um es mal so salopp auszudrücken. Auch damit kann dem Känguru die Ehre erwiesen werden.
Aber die gesamte Welt mit einzubeziehen finde ich schön und es ist mir eine Inspiration.
Fuck off spirituelle Unsicherheit, einfach tun und machen, wie es kommt.


Freitag, 6. Juli 2018

BERLIN BERLIN



Heute Mittag mitten auf einer halbwegs belebten Strasse, etwas ausserhalb meines Kiezes. Ich suche einen Briefkasten und habe mich grade entschlossen, die Post doch bei meinem Postladen abzugeben und einen kleinen Umweg zu laufen. Ich bin bepackt mit Obst und in meinem Rucksack sind einige Seifensachen verstaut. Den Brief halte ich in der Hand.
Plötzlich quer über die Strasse eine Stimme, die laut meinen Namen ruft: 
" Hallo Frau Braun!" 
Ich suche um mich und erblicke einen von mehreren Paketzustellern, die uns regelmäßig in menem Kiez beliefern. Ich freue mich ganz doll darüber, dass er meinen Namen kennt und ihn sich gemerkt hat und das in einer Stadt wie Berlin. 
Ich rufe zurück :" Mensch ist das schön, dass Sie mich mit meinem Namen ansprechen, in einer völlig anderen Gegend und dass Sie mich erkennen."
Er lacht übers ganze Gesicht und ruft laut:
"Ich werde Sie nie vergessen, sie haben mich mal total ausgemeckert und es war total schön, sich wieder mit ihnen zu vertragen!" 


Das ist Berlin, Menschen erinnern sich aneinenander, weils gekracht hat und dann wieder gut wird. Mußte auch erst mal kapieren oder?
Plötzlich steigt er aus:
"Geben sie mal ihre schweren Sachen her, ich stells bei Ihnen vor die Tür." 
Sagts, nimmts und haut ab. War alles da, als ich Nachhause kam. 
So ist Berlin. So bin ich. Hier bin ich Zuhause. 

 

Dienstag, 3. Juli 2018

TRAUERJAHR es geht zur Neige die Zeichen





***Ich sehnte Sommer
Und habe
die Sonne
das Meer
und Dein Lächeln
aufs Tagebuch
gepflanzt
Collage fürs Leben
Jetzt fällt mir auf
Die Indianerin fehlt
Nein sie fehlt nicht
Sie besetzt andere Plätze
Das Leben übernimmt
Vom Tod den Lebensstab
Von der Indianerin die Weisheit
Vom Meer das Blau
Von mir das Ich
An Dich meine Erinnerung ***



Nachtrag: Im Trauerjahr schmückte wirklich fast jedes Tagebuch das Konterfei einer Indianerin. In dieser Collage habe ich, ohne darüber nachzudenken, dieses Detail nicht benutzt. Das Trauerjahr geht zur Neige.