Samstag, 21. Februar 2026

DU BIST BERLIN/S Bahn Stories/Fahrziele in den Wolken suchen

 



 

S- Bahnhof Zoologischer Garten, kurz nach dem Streik. eine Ansage über Mikrofon:

„also jetzt sollte der Zug nach Spandau einfahren.“

Pause…

„wo der jetzt abgeblieben ist, wees icke och nich!“

Gelächter auf dem Bahnsteig.

„ja Mensch sie lachen, aber ick blicke hier nich mehr durch.“

Noch mehr Gelächter.

„blickt in Berlin überhaupt noch jemand durch??????????“

Einhellig, wie auf Kommando im Kasperletheater vom Bahnsteig:“NÖÖÖÖ“

Eine verzagte Stimme im Hintergrund: „Herta hat verloren“

Die Stimme über Mikrofon: „das habe ich gehört und das ist nun wirklich keene Überraschung!“

Wieder die verzagte Stimme: „was erwarten sie eigentlich von uns. wir haben nicht einmal eine ordentliche Regierung. Nur eine, die die Tassen in den Schränken zählen wollte!“

Großes Gelächter all überall.

Ein Zug fährt ein. Nach wie vor eine irritierte Stimme über Mikrofon:

„das ist nicht der Zug nach Spandau.“aber ich weess och nich welcha Zug das jetzt ist. Kollege Zugführer, wohin fährst du?“

Der Zugführer steigt aus.

„sag du es mir, ich blicke nicht durch.“

Nach dem Streik ist vor dem Streik…

 

 

 

Freitag, 13. Februar 2026

Wonderstory KEINEN CENT MEHR, NUR NOCH WUNDER

 




 

 

Wonderstory

 

Ganz klein nur

Aber umso wirkungsvoller

 

 

Ganz nach dem Motto:    Nicht müde werden,

                                     sondern dem Wunder

                                      leise wie ein Vogel

                                      die Hand hinhalten

 

                                                         (Hilde Domin)

 

Ich ging heute Morgen eine kleine Runde.

Da blinkte auf dem Straßenpflaster ein kupfernes Centstück.

 

Ich bin Typ Frau: Wer den Pfennig nicht ehrt

                            Ist des Talers nicht wert

Ich weiß, das ist komplett daneben. Ich hab diesen Satz 6 Jahre lang an jedem Schultag über der Klassentafel gelesen. Ich kann den rückwärts hersagen. Genauso wie ich mich an Namen Begriffe Songs erinnern kann, die mir niemals zugeordnet würden von den Menschen, die mich heute kennen.

 

Aber heute dachte ich: Nee, ich hebe keine Centstücke mehr auf. Ich wünsche mir mehr, mehr als einen Cent, mehr als solche Sprüche, mehr, einfach was anderes.

 

Ich ging keine 50 Meter weiter, da kam mir ein etwas ausgeflippter hübscher junger Mann entgegen. Kajal um die Augen, etwas übernächtigt, aber feminin männlich schön. In der rechten Hand eine Tafel Schokolade und in der linken eine Tüte mit Frühstücksbrötchen. Er lächelte mich freundlich an, hielt mir die schon aufgebrochene Schokolade hin und lud mich ein, etwas davon zu nehmen. Ich war hell begeistert. Es war diese Vollmilchschokolade, wenn du diesen Schmelz der vollen Milch abgelutscht hast, dann erscheint genau darunter ein Nougatkern. Das ist eine Schokoladenconfiserieexplosion vom Feinsten. Ich brach mir eine Ecke ab. Ich lächelte ihn an. Danke. Nimm noch mehr, waren seine Worte. Ich brach mir noch ein Stück ab und wir verließen einander lächelnd und lebensfroh. Schokoladenbegeisterte.

 

Das brauchte ich, so eine bezaubernde Begegnung, so eine zarte Attitüde, so einen Geschmack.

 

Wer auch immer für diese Wunscherfüllung am Ende zuständig war, der junge Mann ja auf jeden Fall und ich irgendwie auch, aber an den Rest der Wunscherfüllungsrunde DANKE.

Sonniges Gemüt



Ein sonniges Gemüt

Das sonnige 

Gemüt

übersteht

mit uns

die schattigen

Trauerflore

der Welt

Es lächelt uns

ins Geraune des Licht


Denn ohne dies

halte ich

den Schatten 

nicht aus

Mit frischem Segen

lache ich

den Tränen

vertrauensvoll 

entgegen

Weine nur

Ich bleibe

ein sonniges Gemüt

auch wenn's 

belächelt wird


 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Ein Engel


 

Ein Engel

Ein Engel

sieht seine Freunde

aus allen Scherben

erwachsen


Aber

manches Mal

bleibt

die Suche

nach Verbindung


Was uns

trennt

vom Engel

sind nur Wir

Er sucht uns

immer wieder


Wir sind

sein Bleiben