magisches leben

ein spielplatz für die magischen momente im leben

Sonntag, 14. Juli 2019

Urbane Kunst FASSADENMALEREI 2

Zerrissenheit, Tod, Endlichkeit, emotionale Kälte, Themen, die eine enorme Strahlkraft in der Größe der Bilder, meist über ein viergeschossiges Wohnhaus hinauf mit ganzer Wucht entfalten.

 





Freitag, 12. Juli 2019

Urbane Kunst FASSADENMALEREI 1



Hier ersteinmal die SCHÖNHEITEN, später dann auch die sozialen Brände. 
Übrigens:auch mein Header ist eine Aufnahme eines Fassadenbildes, wunderschön, finde ich.










Dienstag, 9. Juli 2019

WONDERSTORIES Liebe tut der Seele gut.





Ich schwöre, die göttliche Welt steht auf Einkaufchips. Wirklich! Grade erste wieder erfahren. Der Todestag von meiner Geliebten jährt sich demnächst zum zweiten Mal.
Das Licht, die Luft, die Pflanzen, alles erinnert mich daran. Wie der Wind warm vorbeistreift, wie verblühte Rosenblätter duften, meine Zellen erinnern sich, der ganze Körper steckt voll davon und schmerzt oder tut es nicht, alles wie damals. So kommen dann auch die Bilder wieder, alles etwas milder und blasser. Bei manchen Bildern sage ich mittlerweile auch STOP, drehe mich um und mache irgendetwas anderes.
Es gibt auch noch alte Fragen. Es gibt Dinge damals, an denen kann ich nicht ändern, heute nicht und auch damals nicht. Sonst hätte ich es ja anders gemacht. Aber eine Frage kommt doch immer mal wieder: habe ich genug Liebe gegeben, freigiebig genug geliebt, fühlte Barbara sich geliebt? Diese Frage nehme ich mit ins JETZT, denn ich lebe weiter und liebe und werde geliebt. Und wo ich achtsamer sein kann, möchte ich es auch versuchen. Es ist auch nicht eine dieser Fragen, die mich dann zermürben könnten, sondern eher weiterbringen. Ich weiß. Ich fragte Barbara in Gedanken, ob sie sich bis zuletzt geliebt und wertgeschätzt gefühlt hatte. Ich frage mich das auch für mich, werde ich mich im Sterben wertgeschätzt fühlen, geliebt.
Jedenfalls ging ich noch am selben Tag einkaufen. Und ihr erinnert Euch vielleicht an meine Frage nach dem Göttlichen vor einigen Monaten. Ich fand damals einen Einkaufschip mit dem Aufdruck:
GOTT GIBT’S, ECHT!
Diesmal fand ich mehr. Zuerst einen Chip mit dem Aufdruck: UNENDLICHGELIEBT
Dann lag in einer Ecke des Einkaufswagens eine Karte, auf der stand: LIEBE TUT DER SEELE GUT.




Auf der Rückseite war eine Einkaufsliste, zugegeben, aber die Aufschrift auf der Bildseite war´s.
Leute, wirklich, das gibt bestimmt irgendwelche logischen Erklärungen für den Schmiss hier, aber die interessieren mich nicht. Ich liebe diese Spiele des Universums mit mir. Das ist es, was mir zusätzlich zu allem anderen wie Freundschaften und Realitäten hilft, mich an meinen Fragen abholt, überholt und zum Lachen bringt.
Mein Tag war gemacht. Meine Frage steht im Kosmos und ich weiß Bescheid. Und wie ich mich beim Sterben fühle, mal echt, ist heute drauf geschissen, das sehe ich dann. Aber, wenn ich mich heute schon beschenkt fühle, wird´s dann anders sein? NÖ!


Montag, 1. Juli 2019

ZU FÄLLE und was sich daraus ergab




Vor kurzem fand ich im Biomüll einen verbogenen und etwas rottigen Lavendel und zwei unterschiedlich lädierte Petunienarten. Überall waren noch Blüten zu erkennen. Kurzerhand nahm ich sie in meinem Eimer mit. Ich liebe es, Pflanzen zu retten. Normalerweise kaufe ich aber, und da gehts mir ungefähr so wie mit Büchern und Biolebensmitteln. Ich verliere so ein bisschen die Kontrolle. Wenn zu den zwei Gurken , die ich noch Zuhause habe eine dritte dazukommt, einfach weil sie irgendwo auf dem Markt so gut aussieht, dann muss ich eben mal einige Tage viele Gerichte mit Gurken essen. Ich habe mich daran gewöhnt und auch schon etwas gelernt, dass Leerstand auch zuweilen beruhigt.



Also stand ich auf meinem Balkon und überlegt, wo bitte haben die Müllsterne eine Chance. Und dann beschloss ich, eine Mischung aus Futterplatz für die Kleinvögel und Überlebensort für die Pflanzenwelt zu bauen. Ein Kasten bot sich dafür an.



Gemacht getan, wer kam zuerst: eine Taube. DIE TAUBE diesen Jahres. Ich hatte anfangs wirklich Mühe, mich an sie zu gewöhnen. Etwas zu groß und etwas zu schlechtes Image, etwas zu viele Vorurteile in mir gegen Tauben. Anfangs vertrieb ich sie noch, aber sie war beharrlich. Vor allem blieb sie sitzen und schaute mich immer wieder direkt an. Irgendwann dachte ich:ANNEHMEN Ute, einfach AKZEPTIEREN. Mein Geheimnis seit zwei Wochen: sie frisst mir aus der Hand. Sehr vorsichtig. Sie flattert nicht mehr davon, wenn ich mich bewege. Und:Die Spatzen haben sie auch adoptiert. Sie fressen um ihre Füsser herum, stossen auch an ihren Körper und füttern ihre Jungen direkt neben ihr. 
Die Pflanzen? Gehen nicht ein vom vielen gertrampel und angefliege, zeigen immer wieder neue Blüten und sind jetzt aber auch nicht so supertoll, aber sie geben dem ganzen eine lockere lila Note.
Ach ja und noch eine neue Entdeckung für mich:
Mein Vater pflegt ja immer zu sagen, dass die Spatzen die Kommunisten unter den Vögeln wären. Wenn sie Futter entdecken, fliegen sie los und holen die anderen. Was ich heute entdeckte ist, dass ein männlicher Spatz mehrer Junge gleichzeitig fütterte, also auch andere aus dem Schwarm, nicht nur seine eigenen. Ich war ganz berührt.
Dieses Jahr fehlen mir Rotkehlchen und Amseln. Eine einzige Drossel kommt manchmal und zwei kleine Blaukopfmeisen fliegen mich manchmal am späteren Abend an, für sie gibts immer einen  extra Schmaus an einem anderen geheimen Ort auf dem Balkon, den  die anderen bisher nicht gefunden haben.
Wen ich wirklich sehr schätze, sind das Krähenpaar auf unserem Hof. Sobald Katze oder Fuchs auftauchen, stürzen sie sich todesmutig auf sie, fliegen haarscharf über deren Köpfe, Tempo unerreichbar für die Wilderer und machen Reiten Tanzen Schiessen auf dem Hof, dass alle Kleinvögel gewarnt und beschützt sind. UND DAS ALLES MITTEN IN EINER GROßSTADT.



Dienstag, 25. Juni 2019

WONDERSTORIES Fragen




Der Sinn des Lebens…

Wer bin ich,
wenn nichts mehr ist?

Wer bin ich
ohne Andere?

Wer bin ich
ohne Arbeit?

Wer bin ich
ohne Dich?

Wer bin ich?
Was liebe ich?
Wohin mit mir?

Alles Fragen, die sich in mir türmen, manchmal, immer dann, wenn´s ganz still wird, wenn nichts mehr passiert, wenn ich im Vakuum sitze und mir nichts einfällt.
Das ist nicht langweilig, sondern eher etwas freudlos, suchend. Ich brauche immer eine Weile, bis ich verstehe, was grade los ist, nämlich einfach mal nichts.
Was ich in all dieser Stille dann auch gerne mal vergesse, dass es zuvor sehr voll war das Leben. Sehr voll.

Dann plötzlich wird mir klar:
Solange ich meinen Kopf auf meinen Schultern trage, werde ich ihn mit Leben füllen, meine Beine schwingen, mit den Händen zupacken, Schmerzen tragen, Leid zulassen, Heulen und Lachen, Freude schaffen, Freundschaften suchen und halten und pflegen und mich im Du suhlen.
So ist es mit dem Leben und mir.
Keine Fragen mehr, die nutzen nichts.

Eine alte Freundin, also vom Alter her wirklich entschieden alt, sagte zu mir, als ich sie fragte, ob sie sich diese Fragen auch ab und an stellt:
„Nein, diese Fragen führen mich nirgend hin. Ich lebe jeden Tag, mal gut, mal lebendig, mal still, mal mit Schmerzen und vorstellbaren Schicksalen, mal traurig, mal sehnsüchtig.
Aber das Leben ist eben all das
Tag für Tag
Leben
Tod
Trauer
Freude
Frohsinn
Sehnsucht
Hoffnung
Gutes Essen
Tanzen
Schreiben
Malen
Fotografieren
Nichts Tun
Nichts fühlen
Nichts auch

Glücklich fühle ich mich im großen Schmerz,
wenn ich liebe
nicht eine oder einen
sondern alles
mich
dich
meine Hobbies
mein Wegschieben der Fragen
Essen
Einfach Sein
Mehr wurde nie versprochen.“

Das ist das Wunder von Fragen.
Sie glaubt, dass die Liebe aus dem Göttlichen kommt. Finde ich gut. 


Montag, 17. Juni 2019

Es geht weiter auf dem Karussel




Danke liebe Oona, für Deine Nachfrage.
Du warst vermutlich nicht die Einzige, die sich fragte, was ist denn hier los?
Ich hatte Dir geantwortet und mache es hier noch einmal für meine Blogleser*innen:
Nach meinem letzten Eintrag hier verstarb mein Vater, nach langer Krankheit und einer heftigen Woche großer Kämpfe auf seinem letzten Weg hier leiblich.
Mein Verhältnis zu meinem Vater war stets ein ambivalentes, aber das wusste ich immer und ich war mir meiner Gefühle für ihn stets bewusst. Ich habe Gründe dankbar zu sein und ich bin schon lange versöhnt mit unserem gemeinsamen Leben.
Am Freitag wurde er beerdigt.
Ich hatte in der Zeit dazwischen lange gar keine Lust öffentlich zu schreiben, also in meinem Blog zu arbeiten.
Mir ist der Blog immer ein kreativer Ausdruck und Ausgleich. Deshalb geht’s hier auch weiter. Aber ich wurde erstmal krank und habe nur noch Tagebuch und Gedichte geschrieben für mich und fotografiert. Aber erstmal alles nur für mich, mehr war irgendwie nicht. Und sowas nehme ich zur Kenntnis und akzeptiere.
Aber ich habe mich so gefreut, dass Oona für mehrere nachgefragt hat. Beim nächsten Stop kreativer Art, sage ich Bescheid und gebe ein Zeichen.
Ich habe viele Geschichten im Kopf, grade auch Erinnerungen mit meinem Vater und auch mit der Auseinandersetzung über Tod überhaupt, immerhin war dies innerhalb von 18 Monaten der Verlust zweier wirklich wichtiger Menschen in meinem Leben.
Als Input hier und Anfang nach so langer Zeit, also der letzten drei Wochen die ersten beiden Gedichte, die ich nach seinem Tod schrieb.

LEICHTEN HERZENS
Mein Vater
Verstarb
Mein Herz
Lächelt
Ein Stein
Rollt davon
Mir ist leicht


WER GLAUBT
Wer glaubt,
der Himmel tut sich auf
beim Tod eines geliebten Menschen

Stimmt!

Seht ihr nie
die Sterne leuchten
und der Neue
leuchtet immer

Die Eingangstür
Abendstern.

Wer glaubt,
die Erde tut sich auf
unter den Füssen der Hinterbliebenen

Stimmt!

Meine Welt drehte sich
Ununterbrochen
Und ich bekam Lebensangst,
dabei war´s nur
die Mitte,
die mich rief,
komm zurück.

Seither spüre
ich den Schwindel
und auch die Mitte