Mittwoch, 8. April 2026

Unterschiede

 






Ich liebe Unterschiede und halte sie manchmal nur schwer aus. Das hat mich von Anfang an ausgemacht.

Früher stand ich unter dem Druck, dass ich mich für eine Seite entscheiden müsste.

Ich liebe zornige junge Frauen und bewundere Alte Weise Frauen.

Ich bewundere Schönheit und bin manchmal hingerissen vom Zerrissenen.

Ich zeige mich sehr gerne sehr laut und fühle mich im ruhigen Fahrwasser sehr wohl.

Ich tanze und sitze.

Ich freue mich unbändig, in der U Bahn eine Frau mit dem Buch von Laurie Penny über unsagbare Dinge zu erblicken und genieße den Blickkontakt ohne Worte und die Nähe beim Aussteigen, Schwesternschaft im Geiste.

Ich erfreue mich hoch neugierig an der Straßenbahnhaltestelle an einer lesenden Frau, die ein Buch über Hexenkult liest und überhaupt nicht mehr in dieser Welt existiert, so tief versunken ist sie.

Früher dachte ich, ich müsste entweder hochpolitisch oder komplett spirituell leben. Ich war immer beides, und glücklicherweise habe ich mich nur nach meinem Glück entschieden.

Ich mochte nie GURUS oder Sogenannte Meisterinnen.

Ich wollte immer meine eigene Chefin sein.

Ich bewundere Frauen mit authentischer Ausstrahlung. Ich liebe den Nagellack ebenso wie den Splitter.

Ich finde veganes Essen klasse und esse Weihnachten Gänsebraten. Ich meditiere und schlachte selber.

Ich finde die Welt toll und kenne es, mich aus ihr herausgeworfen zu fühlen.

Ich bin eine zornige traurige glückliche lachende sonnige mondsüchtige Sternenfresserin.

Ich bete zur Göttlichen in uns allen und meditiere über Tara.

Ich lebe sehr gerne und bejahe das HIERSEIN.

Sonntag, 5. April 2026

Ostern! Sind wir jetzt durch?

 

 


 

Ostern! Sind wir jetzt durch?

 

Samstag vor Ostern klingelt es nachmittags an meiner Tür.

Die zehnjährige Ella steht mir gegenüber. Wir pflegen regen Austausch. Zuerst hatte sie alle meine Kinderbücher durchgelesen und jetzt gehen wir regelmäßig zusammen in die Stadtbücherei. Sie hat noch einen kleinen Bruder, aber der kann noch nicht lesen. Ihre Eltern und ich haben uns vor vielen Jahren an meinen Bücherkisten kennengelernt. Ich hatte angefangen, Bücher auszusortieren und sie am Bordstein ausgestellt zu verschenken.

Durch Zufall entdeckte ich, dass die beiden Nachbarn fast alle nahmen. Einmal kam ich grade dazu, als der Vater und Ella in den Kisten kramten. Die Bildbände nahmen Ella und der Vater erzählte mir, dass sie sich schon beschwert hatte, dass für sie so gar nichts dabei war. Da nahm ich sie mit zu mir und wir begannen eine Lesefreundinnenschaft.

Jetzt also stand sie vor mir und ging schnurstracks an mir vorbei, setzte sich in einen Sessel, ihren Lesesessel, wie sie ihn mal nannte. Ohne Umschweife kam sie direkt zur Sache. Also meine Mutter hat mich zu Dir geschickt. Ich weiß natürlich, dass sie mich loswerden will, damit sie in Ruhe die Ostereier verstecken kann. Aber darüber will ich gar nicht reden. Ich will wissen, ob wir jetzt mit Ostern dann durch sind.

Wie meinst Du das?

Naja, dies ganze Getue, erst Nikolaus, dann Weihnachten und jetzt noch Ostern, also sind wir jetzt durch?

Nee, sind wir nicht. Jetzt kommt noch Himmelfahrt und Pfingsten.

Ach ja, das ist das, wo wir alle schlau werden!? Stimmts?

Naja, so ungefähr könnte eine das zusammenfassen… aber es geht darum, dass plötzlich die Menschen durch die Erscheinung des Heiligen Geist merken, dass sie eine Sprache sprechen und einander verstehen können.

Na das ist aber jetzt auch arg zusammen gefasst oder? Sie schaute mich erwartungsvoll an. Meine Mutter hat gesagt, Du wärst vom Fach und könntest mir Ostern und Pfingsten erklären.!!! Der Nachdruck in ihrer Stimme machte mir deutlich, dass sie im Grunde richtig in Ruhe alles besprechen wollte. OK, ich hole jetzt mal die Kinderbibel, die mag auch ich am liebsten und wir suchen mal alles raus und lesen es zusammen, einverstanden?

Nun saß sie zufrieden da und wollte aber noch ein Glas Saft.

Ich gab ihr das Buch und holte den Saft. Als ich zurückkam, hatte sie die Widmung meiner Mutter vorne gelesen und fragte mich zuerst mal darüber aus. 

Sie hatte hineingeschrieben:

Für meine Ute, damit Du weißt, was in der Bibel steht und Du Dir später, wenn Du groß bist, eine eigene Meinung dazu machen kannst. Es sind Gleichnisse mein Kind, aber das wirst Du später verstehen.

 

Ich liebte diese Kinderbibel, ich liebte es, dass es klare Ideen zu Gerechtigkeit und Menschenliebe, Respekt und Wundern im Leben gab.

Und nun saß dieses Mädchen vor mir.

 

Wir begannen mit Pfingsten, das wollte sie so. Wir lasen abwechselnd. Sie schaute sich die Bilder mit den vielen Zungen an und dachte nach.

Heißt das, wenn wir uns richtig bemühen, dann könnten wir jeden verstehen? Ist die Liebe Pfingsten?

Ja. Mehr gab es auch aus meiner Sicht darüber zu sagen.

Und dann begann sie alles aufzuzählen, was es an diversen Lebensformen Glaubensrichtungen und Menschen gab aufzuzählen. Ja, das zu akzeptieren und zu verstehen, ja auch das ist Pfingsten.

Das ist der Heilige Geist?

Sie grinste plötzlich…Du würdest jetzt bestimmt HEILIGE GEISTIN sagen?

Ich lachte. Vielleicht…auf jeden Fall ist es eine Haltung…DIE HALTUNG

 

Am Ende hatten wir Ostern auch durch und als es zwei Stunden später klingelte und die Mutter fragend in der Tür stand, rief Ella von hinten, Du kannst reinkommen, ich kann dir jetzt alles erklären und ich will zu Ostern ein Buch geschenkt bekommen. Das hier und sie zeigte es ihrer Mutter, kann Ute nicht hergeben, das hat ihr nämlich ihre Mutter geschenkt.

 

Wir tranken noch einen Tee zusammen, der Vater und Jakob kamen später auch noch dazu und ich kann es gar nicht anders sagen: Das war ein friedliches Ostern, wie ich es liebe und mir gar nicht zu wünschen gewagt hatte. So konnte es gut auf Pfingsten zugehen darauf, dass wir dann erstmal DURCH WAREN.

 


Ich wünsche uns allen ein friedliches Osterfest, in dem Sinne, dass aller Frieden immer von jeder Einzelnen ausgeht. Das schließt unsere Schatten mit ein. 

 

 



 

Ostern

 


OSTERN

Die Ordnung alter Liturgien singen

Schuld und Sühne in Einklang bringen

Sich selber vom hohen Kreuze holen

Liebe ernten und schenken

Rettung nie verloren glauben

Des Nachts früh aufstehen und eine Kerze entzünden

In den ersten Sonnenstrahlen das Leben wissen

Vergebung verschenken

Uns und allen

Alle bleiben wir AUFERSTANDENE