Freitag, 13. Februar 2026

Wonderstory KEINEN CENT MEHR, NUR NOCH WUNDER

 




 

 

Wonderstory

 

Ganz klein nur

Aber umso wirkungsvoller

 

 

Ganz nach dem Motto:    Nicht müde werden,

                                     sondern dem Wunder

                                      leise wie ein Vogel

                                      die Hand hinhalten

 

                                                         (Hilde Domin)

 

Ich ging heute Morgen eine kleine Runde.

Da blinkte auf dem Straßenpflaster ein kupfernes Centstück.

 

Ich bin Typ Frau: Wer den Pfennig nicht ehrt

                            Ist des Talers nicht wert

Ich weiß, das ist komplett daneben. Ich hab diesen Satz 6 Jahre lang an jedem Schultag über der Klassentafel gelesen. Ich kann den rückwärts hersagen. Genauso wie ich mich an Namen Begriffe Songs erinnern kann, die mir niemals zugeordnet würden von den Menschen, die mich heute kennen.

 

Aber heute dachte ich: Nee, ich hebe keine Centstücke mehr auf. Ich wünsche mir mehr, mehr als einen Cent, mehr als solche Sprüche, mehr, einfach was anderes.

 

Ich ging keine 50 Meter weiter, da kam mir ein etwas ausgeflippter hübscher junger Mann entgegen. Kajal um die Augen, etwas übernächtigt, aber feminin männlich schön. In der rechten Hand eine Tafel Schokolade und in der linken eine Tüte mit Frühstücksbrötchen. Er lächelte mich freundlich an, hielt mir die schon aufgebrochene Schokolade hin und lud mich ein, etwas davon zu nehmen. Ich war hell begeistert. Es war diese Vollmilchschokolade, wenn du diesen Schmelz der vollen Milch abgelutscht hast, dann erscheint genau darunter ein Nougatkern. Das ist eine Schokoladenconfiserieexplosion vom Feinsten. Ich brach mir eine Ecke ab. Ich lächelte ihn an. Danke. Nimm noch mehr, waren seine Worte. Ich brach mir noch ein Stück ab und wir verließen einander lächelnd und lebensfroh. Schokoladenbegeisterte.

 

Das brauchte ich, so eine bezaubernde Begegnung, so eine zarte Attitüde, so einen Geschmack.

 

Wer auch immer für diese Wunscherfüllung am Ende zuständig war, der junge Mann ja auf jeden Fall und ich irgendwie auch, aber an den Rest der Wunscherfüllungsrunde DANKE.

Sonniges Gemüt



Ein sonniges Gemüt

Das sonnige 

Gemüt

übersteht

mit uns

die schattigen

Trauerflore

der Welt

Es lächelt uns

ins Geraune des Licht


Denn ohne dies

halte ich

den Schatten 

nicht aus

Mit frischem Segen

lache ich

den Tränen

vertrauensvoll 

entgegen

Weine nur

Ich bleibe

ein sonniges Gemüt

auch wenn's 

belächelt wird


 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Ein Engel


 

Ein Engel

Ein Engel

sieht seine Freunde

aus allen Scherben

erwachsen


Aber

manches Mal

bleibt

die Suche

nach Verbindung


Was uns

trennt

vom Engel

sind nur Wir

Er sucht uns

immer wieder


Wir sind

sein Bleiben

Donnerstag, 5. Februar 2026

Eingeschneit

 



Eingeschneit

 

Heute Nacht hat es geschnitten

Schneien Schnitt Geschnitten

Glück und Wunder kübelweise

Vom Himmel

Das Herz im Schnee

Bedeutet auf SCHNEE isch

Ich lebe und liebe

 

Wir Berliner*innen haben es geschafft

Naja nicht wir direkt

Aber beim Aufwachen durften wir entdecken

Unsere Straßen Bäume Autos Wege

Einfach alles war eingeschneit

Kein Dreck

Nur helles Weiß froh fast

Und richtig dick und fett das Weiß

 

Zwei Kinder auf dem Weg zur Schule

Juchzten

Der Junge jubelte laut

Es hat geschnitten

Das Mädchen lacht

Wie ich hinterm Fenster auch

Das heißt geschneit

Nee erwidert der Junge

Schneien Schnitt Geschnitten

Und alles groß geschrieben

Er lacht sich dabei kaputt

Das Mädchen ahnt wie ich den Spaß am Wortspiel

Aber sicher ist sie nicht

Ungläubig über den Spaß am Absurden

 

Der Junge: Das Deutsch ist doch so scheiße Grammatik

Keine Logik ich verstehe es nie

Stimmt, denke ich.

Eine Logik gabs nie

Nur gehirnwäschenmäßiges Pauken und gute Didaktik

 

Aber ich übernehme

Es hat geschnitten

Und es gefällt mir

Nicht nur mit dem Schnee

Sondern auch mit Grammatik

Verspielter umzugehen


Und Liebeserklärungen in den Schnee geschrieben, haben wir auch nicht alle Tage...