magisches leben

ein spielplatz für die magischen momente im leben

Dienstag, 7. Juli 2020

WAS WEIß ICH VON DER LIEBE




Was weiß ich von der Liebe?
Wenn ich sie spüre
Fühle ich mich
Vollständig durchdrungen
Farbenprächtig Menschen zugewandt
Ohne eine Hemmung dazwischen
Dann steige ich mitten hinein
Furchtlos auch mir selber gegenüber
Voller Vertrauen in jeden Augen Blick
Wird sie im Du angenommen
scheint sie ein Segen
Wird sie abgelehnt
erscheint sie im Gewandt 
der Trauer
Erfahrungen beide
Manchmal fehlt sie mir
Dann bin ich mir abhandengekommen
Es ist wie mit der Spiritualität, genauso
Beten und Hoffen
Vertrauen
an fremden Ufern sitzen 
warten
durchatmen
mit langem Atem
leben







Sonntag, 5. Juli 2020

ANDERS




ANDERS

Ich bin die Sonne
der Nacht,
denn
ich liebe
die falsche
Hälfte
der Welt

Ich bin der Mond
des Tages,
denn
um mich
erstarrt
die andere
Hälfte der Welt
in Grau

Mittwoch, 1. Juli 2020

Genauso, Genau – so!




In einem Bett liegen – mit dir
Über die gleichen Zitate lachen
zusammen aufhorchen und den Fuchs suchen
Müde sein und einander Cafe kochen

In einem Bett liegen – mit dir
Lesen wollen, wenn du vorlesen willst
Zuhören, wenn du worüber immer lachst
Genervt sein, wenn ich abgelenkt stöhne

Singen möchte ich lernen
Mit dir und für dich
Mit mir und für mich
Ohne mich aufzulösen dazwischen

Deine zu sein und unser
Sein zu dürfen wie ich bin
Sein zu lassen wie du bist
Genaugenommen wir – genau – so!

Wie aus einem Holz geschnitzt
oder im Stapel verschwunden

7.7.2017 Für B.H.

Dienstag, 30. Juni 2020

Wonderstories UNAUSSPRECHLICHES




Wonderstories haben nicht immer den Geruch oder Geschmack der großen zum Glück hingewandten Wendungen. Hier erscheint das Wunder eher in der Entdeckung eines Geheimnisses.

Meine Partnerin bekam vor über 14 Jahren eine Diagnose, die zwar die unzähligen ungeklärten Symptome erklärten, nicht aber von Hoffnung getragen wurde. Ein Arzt erklärte ihr und auch mir, dass sie an einer unheilbaren autoimmungeleiteten Erkrankung litt, Lupus Erythymatodes.
Auf unsere Nachfrage nach der zu erwartenden Lebensdauer gab er vorsichtig zwar, aber doch bestimmt die Zahl Fünf Jahre an, plus minus 1-2 Jahre. Das erschütterte uns schwer.

Unabhängig voneinander begannen wir uns über unterschiedliche Wege mit der Erkrankung vertraut zu machen.
Ich entdeckte unter vielem anderen eine Autorin, Flannery o Connor. Sie litt an dieser Krankheit und überlebte sie um 15 Jahre. Damals bestellte ich mir die nur englischsprachig erhaltbare Kurzgeschichtensammlung A GOD MAN IS HARD TO FIND, Lektüre, von der man sich nur schwer erholt, wie viele Jahre später eine Literaturkritikerin Manuela Reichert schrieb. Wohl wahr. Dennoch eine hochkarätige Literatur mit phantastischen Sprachschatz und dem Mut zu Abgründen auf allen Ebenen. Mittlerweile gibt es eine neu übersetzte Buchausgabe aus 2018, mit dem wegweisenden Titel:
KEINER MENSCHENSEELE KANN MAN NOCH TRAUEN. Wie gesagt schwere Kost, aber wunderbar geschrieben.

Zurück zu damals. Ich las das Buch und notierte in meinem Tagebuch:
Ich traue mich gar nicht meiner Liebsten davon zu erzählen, denn wer weiß, was es in ihr auslöst, wenn ich von der Möglichkeit von 15 Jahren Weiterleben spreche und es dann vielleicht noch weniger werden. 
Und ich schrieb weiter:
Ein Glück, dass Sie nicht so ein böser Mensch ist!
Mit diesem Geheimnis ging dieser Moment im Leben unter.

Als Barbara dann 10 Jahre später verstarb, also plus 5 Jahre länger als prognostiziert, entdeckte ich in ihrem Nachlass dieselbe englischsprachige Ausgabe mit folgender Notiz in den ersten Seite in ihrer Handschrift:
15 Jahre mit dieser Krankheit, das will und kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich hoffe sehr, dass ich nicht so verbittere. Ute erzähle ich lieber gar nicht davon, sie würde daran zerbrechen, wenn es keine 15 Jahre werden, sie hofft doch immer so schnell.

Mit diesem Geheimnis ging Sie in ihre letzten 10 Jahre.

Für mich bestand das Wunder in der Entdeckung dieser  Notizen und dem Buch.
Wir hatten zehn sehr nahe Jahre mit einer großen Reise durch Canada, ein von ihr lebenslang gehegter Traum und einer Erfahrung von ungemeiner Nähe im steten Angesicht unserer Endlichkeit. Meine Partnerin wurde nie böse, es gab keine Bitternis, es gab viel Leid, viel Aufeinander angewiesen sein, jede von jeder und ich bekam die Möglichkeit geschenkt, eine so zu lieben wie sie ganz und gar war.

Ich hatte diese Notizen vollkommen vergessen. Da kam eine vor wenigen Tagen und sprach davon, dass sie so gerne dieses Buch lesen würde. Ich war wie elektrisiert und spürte ich eine unbändige Freude daran, diese Erinnerung wieder zu spüren, mich dem noch einmal ganz lebendig zuwenden zu können.

So also können Wunder geschehen und sie sind ganz klein und trotzdem schön und Wunder Bar.

Das Unaussprechliche in Beziehungen gehört zum Leben, es im Nachhinein zu erfahren ist Glück.