Magisches Leben mit dem Blick aufs Glück

Ein Spielplatz für die magischen Momente im Leben

Mittwoch, 1. Februar 2023

Februar

 






Februar friert mich jedes Jahr aufs Neue

Dennoch glauben alle meine Sinne

an den Frühling in allernächster Zeit

 

Im Februar rauche ich wilden Hafer

versenke meine Sehnsucht

in allererste Primelteller

Jede Farbe leuchtet frisch

 

Der erste Tulpenstrauß duftet

nach eisiger Klarheit

die Blüten halten sich grade am Winter

die Stängel hängen sich am Frühling ab

 

Wenn die Sonne hervorkriecht

blass und fast mondträchtig zittert

rührt sie mich

fast wie die standhaften Narzissen

 

Aber solange Fasching

uns die Mäuler noch nicht

mit Krapfen und Kamelle versüßt

die Masken in Venedig uns nicht taumeln

haben lassen

die Basler Fasnacht den Morgenstraich

nicht gelaufen

Solange hängt Februar mir in den Sinnen
 
 

 

 

 

Dienstag, 24. Januar 2023

Morgens

 

 

 

Morgens

 

 

Stürmische Zeiten

Fahren mir

Durchs Haar

Verwirrung

 

Blaue Winde

reißen mir

Gedanken entzwei

Ausreißer

 

Leichtes Dämmerlicht

Streicht still

Wolken zusammen

Hoffnung

 

Die Sonnen

spendet lachend

uns allen

Trost

 

 

Samstag, 21. Januar 2023

Aufgeschnappt

 

  
 
 

Aufgeschnappt, in einem türkischen Lokal.

 

Wir setzen uns an einen Sechsertisch, auf Nachfrage zu zweit an ein Kopfende. Uns gegenüber am selben Tisch werden die freien Plätze großzügig und herzlich von einer asiatisch anmutenden Türkin angeboten. Sie wirkt sehr offen und wir freuen uns an ihrer lebhaften zugewandten Art. Ihr gegenüber sitzt ein junger Mann mit kurzgeschorenen Haaren.

 

Plötzlich entwickelt sich zwischen den Beiden folgender Dialog.

 

Sie: Dir geht’s nicht so gut? Du wirkst so angespannt.

 

Er: Ich bin immer angespannt:

 

Sie: Da kannst Du doch was gegen tun.

 

Er: Ich kann nichts dagegen tun. Meine Familie stresst. Mein Chef stresst. Meine Freunde stressen.

 

Sie: Aber ich stresse Dich doch gar nicht. Ich sitze hier mit Dir und habe mich auf ein gemeinsames Essen gefreut.

 

Er: Doch, Du stresst! Du sagst, ich kann was dagegen tun. Das stresst. Ich habe einfach keine Wahl.

 

Sie: (sehr bestimmt) Doch!!! Wir haben immer eine Wahl. Wir können Menschen Grenzen setzen. Wir können Menschen verlassen. Wir können uns fragen, warum uns etwas stresst. Menschen, die uns nicht gut tun, dürfen wir auch einfach mal konfrontieren und dann auch eine Weile aus unserem Leben ausschließen. Wir können uns verändern.

Während sie ihn so anspricht, bleibt sie ganz ruhig und schaut ihn auch freundlich an. Durchaus liebevoll und wohlwollend.

Ich denke noch so, das macht sie aber richtig gut.

 

Er: (mittlerweile bockig) Ich habe keine Wahl. Ich muss ja bei meinen Eltern bleiben. Ich muss bei meiner Arbeit bleiben. Dich brauche ich, damit du mir beistehst und mich coachst. Stattdessen stresst Du mich auch noch!

 

Sie: Du brauchst eine Freundin, die Dich coacht?

 

Sie schaut mich überrascht und irgendwie angriffslustig an und ich denke noch, Mensch Mädchen, mach das bloß nicht.

Unmerklich schüttele ich den Kopf.

Das typische Klischee, die Frau im Hintergrund managet den Mann und soll trotzdem den Undank der zweiten Reihe abholen.

 

Plötzlich steht die Frau auf. Sie stellt sich hinter ihren Stuhl und sagt:

Vergiss es! Ich manage mein Leben und treffe Entscheidungen, jeden Tag. Ich bin damit glücklich und will es bleiben. Lern Dich selber ernst zu nehmen, treffe eigene Entscheidungen und vergiss diesen Quatsch mit dem Stress. Du stresst Dich selber. Und ehe Du mich nervst, kratze ich hier lieber die Kurve!

 

Sie holt Geld aus der Tasche, zahlt dem herauseilendem Kellner 20 €, sagt stimmt so und geht friedlich ihres Weges.

 

Gut so, denke ich, genauso geht’s.

Schön gesagt, und freundlich und bestimmt gemacht. Keine Opfer keine Täter.

 

Wir essen friedlich unser Essen auf.