Schönheiten im Alltag

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Sonntag, 9. März 2014

RITUALE/ Beten





RITUALE: Beten

Vor vielen Jahren ging es mir einmal wie in den letzten zehn
Tagen.
Beten
nichts ging mehr
Aber Beten ging wie von alleine
Nicht irgendwas
Entweder das Mantra der Tara
Oder das Vaterunser

Ich bin evangelisch christlich sozialisiert.
Kein gesellschaftlicher Zwang zum Kirchgang
Plötzlich unbedingt abends im Bett zusammen mit den Eltern
beten, das ging von mir aus
ganz wunderbare Religionspädagogen, immer Männer
was bedeutet das Vaterunser, was beten wir da, in der
Grundschule einfach besprochen
Das Strenge eher als Halt erklärt bekommen
Aber Du darfst beten wie Du willst

Irgendwann stellte ich fest, längst erwachsen, dass in schweren
Lebenssituationen das Vaterunser wie eine Grundmeditation,
ein christliches Mantra erschien.
Wenn ich eher in der Ruhe bin, außerhalb einer
Gefahrensituation oder kopflosen Zeiten, dann bete ich das
MutterVaterunser mehr in meinen eigenen Worten…



Aber
Ohm Tare Tutare Ture Soha
geht mir wie das Vaterunser
So ohne Kontrolle ins Gebet mitten im Leben

Ich kann gut damit sein
Um Nahrung für alle und mich zu bitten
Um Gnade und Verzeihen für mich wie auch ich für die
Anderen zu stehen
Mich in Beziehung zu geben ohne anderes zu zerstören
Die anderen nicht zu töten
Meine Eltern zu lassen wie sie sind, ohne sie zu verachten,
durch mein Verständnis für mich auch sie zu lieben
niemandem etwas wegzunehmen
und all das zu heiligen, von dem ich nur glaube, dass es
ausserhalb meiner Sicht auch existiert
auf die Kraft von Göttern/Innen zu vertrauen
so wie ich mir vertrauen und zutraue.

Als ich damals vor vielen Jahren aus meinem ersten
Vaterunser Dauermeditationsrhythmus zurück in die Welt kam,
gab mir ein Kollege das aramäische VaterMutterUnser mit.
Eine wunderschöne Meditation, wie ich finde und seither der
Text, den ich hersage wenns mir ein Bedürfnis ist.

Hier der Text:

Oh Du atmendes Leben
Ursprung des schimmernden Klanges
Du scheinst in uns
Und um uns
Selbst die Dunkelheit leuchtet
Wenn wir uns erinnern
Hilf uns einen Atemzug zu atmen
Bei dem wir nur Dich fühlen
Und Dein Klang in uns erklinge
Und uns reinige
Lass Deinen Rat unser Leben begleiten
Und unsere Absichten klären
Für die gemeinsame Schöpfung
Möge der brennende Wunsch
Deines Herzens Himmel und Erde vereinen
Durch unsere Harmonie
Gewähre uns täglich
Was wir an Brot und Einsicht brauchen
Das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens
Löse die Stränge der Fehle
Die uns binden
Wie wir loslassen
Was uns bindet an die Schuld anderer
Laß oberflächliche Dinge uns nicht irreführen
Sondern befreie uns von dem
Was uns zurückhält
Aus Dir kommt der allwirksame Wille
Die lebendige Kraft zu handeln
Das Lied, das alles verschönert
Und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert
Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen!
Mögen sie der Boden sein
Aus dem all meine Handlungen erwachsen
Besiegelt im Vertrauen und Glaube
Amen

Ein Gebet, was einen Teil meines spirituellen Bodens aus- und mir die Welt so weit macht.



Im Übrigen genieße ich
den wärmer werdenden Boden unter
meinen Füßen
pflanze und kehre Laub aus den Ecken



lasse den Pflanzen des Tages die Sonne
gewähre ihnen des Nachts Asyl vor dem Frost



freue mich auf den Mai
wenn sie dann in den Garten
zur Kräuterrotunde gepflanzt werden




putze das Frühjahr ins Haus


halte mein Gesicht in die Sonne
reisse die Fenster und Türen auf
und freue mich
dass die Gebete erhört wurden
und ich ruhig weiter des Weges
schreite ohne im Strom
der Ängste zu ertrinken
dass ich wieder Vertrauen
ins Leben gefaßt habe.



1 Kommentar:

  1. Rituale
    ich musste massenweise so was als Kind und jugendliche nach gehen unter Zwang ich befinde mich zu befreien immer mehr und doch ist es wie manches eingebrennt in meiner Seele schwarz und tief und trifft mich manchmal schonungslos und wieder gebe ich nicht auf auch dieses übrige Stück das sich versteckt hatte mich davon zu befreien mich all meiner Kraft und dazu habe ich mien Lebenspartner der mir dabei hilft und es ist mühsam und niederschmetternd was so verkehrte Rituale anstellen kann bis zum Tod.. ich habe es geschafft zu Leben aber noch heute der Kampf da und es wird mich bis zum grabe begleiten.
    Ich lebe und habe mich vom überleben befreit.. befreit um zu leben und mein Ritual zu haben nämlich keins..
    das ist meins und das deins finde ich auch sehr gut so was gefunden zu haben jeder braucht was...
    auch ich natürlich auf meine Art und Weise der Inhalt ist so ähnlich
    ich nenne es Lebensweisheit um ein anständiges Leben zu führen wie ich es kann und möchte!
    Schön dein Posting anregend wie du es führst mit höhen und tiefen und sehr Gefühlsvoll ich mag so was sehr ... es ist ehrlich und das macht ein Mensch aus...
    Lieben Gruss Elke

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