Mittwoch, 11. Oktober 2017

TRAUERJAHR Verlängere die Zeit mit Geraune



Foto Julia Braun


Verlängere
Die Zeit mit Geraune
Entwirre
Den Irrsinn mit Chaos
Verzaubere
Die Erinnerung mit Liebe
Enttäusche
Die Erwartungen mit Leben
Markiere
Den Tod mit Tränen
Enttarne
Die Tränen mit Sternen
Vertreibe
Die Dunkelheit mit Muschelsand
Vertraue
Dem Chaos mit Gefühlen
Pflanze
Die Rose mit Hoffnung
SIE WIRD 300 JAHRE ALT
Verlängere
Die Zeit mit Geraune

Mittwoch, 4. Oktober 2017

TRAUERJAHR um mantel das verlorene



die letzten Dinge, das letzte Paar Schuhe, die Lieblings PL, der Lieblingssong VÖLLIG SCHWERELOS, die letzten Dinge eben mit ihrer eigenen Aura, der Sehnsucht im Leben und danach



Um Mantel das Verlorene

Schenke ihm die Falten

Lege die Tränen hinein

Wärme den Eis Wind an

Ruhe den Schmerz aus

Gib Dich der Asche hin

Um Mantel das Verlorene

Dienstag, 3. Oktober 2017

TRAUERJAHR fliehe nichts





Fliehe nichts

Spring das Leben an

Erlaube die Unklarheit  

Entscheide nichts

Stimme der inneren Stimme zu

Höre die tonlosen Rufe

Siehe die unsichtbare andere Welt

Vertraue auf Unvertrautes

Wisse  um die Weisheit

Sei der Ungewissheit bewusst

Fliehe nichts

Samstag, 30. September 2017

TRAUERJAHR verschmerze dich





Verschmerze dich

Nimm dich an

Den Schmerz gleichermaßen

Singe der Freude ein Lied hinterher

Drehe dem Leben eine Nase
Ziehe die Perlen des Verlustes auf 

Verschmerze die Abwesenheit

Verschmerze die Liebste

Dienstag, 26. September 2017

BRAUNER HERBST Abschied Trauerjahr Wahlen





BRAUNER HERBST
Doch, die Kastanien sind ein guter Neuanfang nach so langer Ruhe hier auf meinem Blog. Es gab einen guten Grund für diese wirklich lange Pause:


Meine langjährige Lebensgefährtin ist mit 67 Jahren nach sehr langer Krankheit am 1. August  diesen Jahres verstorben. Wir haben 35 Jahre miteinander Leben geteilt. Das war intensiv. Nachdem ich jetzt ihren Haushalt (wir haben nur in unseren Urlauben zusammengewohnt, und in den letzten zehn Jahren in einem Mietshaus zwei übereinandergelegene Wohnungen bewohnt) aufgelöst habe, sie zuvor der Welt zurückgereicht und nach ihrem Wunsch verstreut habe, zuvor zehn Jahre immer mehr unterstützend und in den letzten Jahren auch periodisch mehr und mehr pflegend mit ihr lebte,
beginnt jetzt eine andere Zeit für mein Leben, MIT ihr in meinen Erinnerungen und meinem Herzen, OHNE sie in der leibhaftigen Welt.
So bin ich das erste Mal alleine wählen gegangen. Das ist profan, aber jede noch so kleine Aktion ist ersteinmal ALLEINE, sofern ich sie nicht ohnehin alleine getätigt habe. Aber das Bewustsein von OHNE DIE ANDERE macht die erlebte Qualität aus.Obwohl, der Witz der Gleichzeitigkeiten aller Ebenen will, dass sie tot noch ihre Wahl getan hat, vor dem Sterben per Briefwahl. Ich finde das irgendwie lustig, als würde ein Streich gespielt. Barbara hatte diese humorige Seite und lächelt bestimmt verschmitzt.


Jetzt erreichte mich vor drei Tagen ein Kommentar einer Leserin, die sich auf einen Post vor einem Jahr bezog, in dem ich von Kastanien und meinen Herbstritualen schwärmte. Tja, dachte ich, damit ist dieses Jahr nichts geworden. Mein Herbst war der Tod und nicht das Kastaniensammeln. Ich fand es gar nicht traurig oder schlimm, ich realisierte es nur.
Dann machte ich gestern Abend einen Spaziergang am Landwehrkanal, einfach mal auf der anderen Flusseite. Warum? Weil für die Sicherheit von Frau Merkel zum Wahlabend mein gewöhnliches Flussufer gesperrt ist. Was soll ich Euch sagen: Diese andere Flusseite ist voller Kastanienbäumen, das hatte ich nie gemerkt, vor mir lag der Gehweg voll und es ging mir wie beim Pilze sammeln, findeste welche und suchst sie nicht, haste keine Tasche dabei und findest sie. Ich sammelte also nur einen Schwung auf, der in Westentaschen verschwinden konnte.
So hat also der BRAUNE SONNTAG auch eine andere braune Seite, ein schöne verschenkt.
Seit Barbara verstorben ist leitet mich meine Intuition, lasse ich mich leiten, erlebe Vertrauen und vertraue…ich verspüre eine Lust zum Abenteuer und zur Gradlinigkeit…es ist vor dem Schatten viel Sonne und das ermutigt mich, auch politisch. Wie ich mir das vorstelle oder was ich dazu denke, mag dieses kurze Sprengsel verdeutlichen.
Das Trauerjahr hat begonnen und die Lebensfreude gehört dazu.



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Danke für den Kästner! Die Lawine läuft weltweit bereits.Es bleibt, was immer möglich war: 
Da wo ich lebe, meine Stimme so erheben, wie ich kann und wo meine Stärken liegen. Mich verbinden mit Menschen, in meinem Falle meist Frauen aber auch Männer mittlerweile wieder, die eine liberale, emanzipierte und humanistische Grundeinstellung mitbringen. Alles persönliche ist politisch, feministische Grundannahme.Das kann der Blog sein, die politische Mitarbeit im Bezirk, die Unterstützung einer Partei, Rituale mit Gleichgesinnten, gesund kochen, zusammen wandern, singen, immer auch in dem Bewustsein einander zu stärken und (JETZTWIRDS PATHETISCH!)zu lieben, im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten. Soviel von mir aus Berlin.