Sonntag, 11. Juni 2017

LESEN




Lesen erlebe ich sinnlich
Lesen ist Kino im Kopf
Mit Lesen rausche ich raus aus meinem Leben oder aber grade mitten hinein
Ich bin mir für fast nichts zu schade und schäme mich fast nie für irgendeine Lektüre. Einmal schämte ich mich ganz einen kurzen Moment lang an der Uni, weil ich die BRIGITTE Zeitschrift in meiner Tasche hatte, aber dann dachte ich SCHEISSE drauf und holte sie raus und begann darin zu schmökern.
Ich lese unterschiedlich
Manchmal spannend zuweilen intensiv dann fachlich oder phasenweise aktuell
Zurzeit liebe ich es die SZ am Wochenende zu lesen mit Magazin und vielen ausführlichen Texten zu aktuellen Situationen und den Kulturteil atme ich ein
Ich kann Bücher nicht wegwerfen aber entsorgen
Es gibt Bücher, die ich immer wieder lese
Bildbände finde ich unheimlich schön
Ich höre viel Radio über Bücher und bin gerne auf dem Laufenden über aktuelle Neuerscheinungen
Bücherberge neben meinem Bett sind eher die Regel. Morgens und abends was lesen ist mir Gewohnheit
Ich reise immer mit Büchern. Ich bin sogar so altmodisch und reise mit Landkarten
Bücher sind was tolles, nur Liebe, Freundschaften und Beziehungen, Essen und Café kommen davor

Zehn Bücher, die ich mitnähme:/wohin aus immer/heute:
Die Kinderbibel
Peterchens Mondfahrt
Christa Wolf Ein Tag im Jahr
Toni Morrison Lila
Elena Rachmann Frauen aus dem Fluss
Tiziano Terzani Noch eine Runde auf dem Karussell
Marlen Haushofer Die Wand
Herlinde Koelbl Im Schreiben Zuhause
Alice Miller Das Drama des begabten Kindes
Maxie Wander Guten Morgen Du Schöne

Aber so viele andere würden mir sehr fehlen
Ich lasse mir Bücher auch unheimlich gerne erzählen
LESEN IST SCHÖN







Mittwoch, 7. Juni 2017

Aus Stein gekrochen






FÜR ALLE MIT EINEM ACH UNTERM DACH


Aus Stein raus gekrochen Hauptsache Leben

Der Schwäche weg getanzt Hauptsache Kraftspuren spüren

Der dunklen Trauer entstiegen endlich die Sonne wieder genießen können

Dem Schmerz entgegen bewegt
endlich Freiheit

Die Sinne geschärft 
das Überleben kosten 
alle Fragen gestellt Antworten kommen später nichts ist mehr wie zuvor 
das Leben zieht unsere Bahn 
wir fahren mit wir steigen aus wir pausieren 
wir weinen wir lachen wir verzweifeln wir zweifeln an wir klagen wir brüllen 
wir verstummen wir richten uns und einander auf 
irgendwie geht’s weiter 
Sicherheit gab`s nie aber es war lange nicht mehr so ausdrücklich im Vordergrund und klar zu erkennen

Aus Stein gekrochen, Hauptsache Leben

Graubündner Schreimasken aus dem Museum für Völkerkunde Berlin



Sonntag, 4. Juni 2017

MORGENS





Morgens
Frühe
Zwischen 7 und 7.30 Uhr
Der Schlosspark gehört der STILLE
Nur das Vogelgezwitscher
Ich wache immer gegen 5.00 Uhr auf
Dann habe ich die Stille des Hauses für mich
Die Balkonruhe teile ich mit der durchmarschierenden Füchsin und dem Falken vom Kirchturm
Sein Ruf läßt die Hasenherzen wild schlagen und er schlägt dann sie
Gegen 5.00 Uhr  singen die Amseln
In meiner Heimatstadt Berlin ist das sozusagen der Stille Oberwasser im Stadtbereich
Meinen ersten Cafe trinke ich im Bett, den zweiten auf dem Balkon
Wenn ich nicht arbeiten gehe, schlage ich den Weg in den Schloßpark, die Krummer Lanke oder den Gleisdreieckpark ein
Mal ganz ehrlich, sind die Oasen der Weite nicht wunderbar?
Mitten in der Stadt
Berlin hat unendlich viele Bäume und Garten- und Parkanlagen
Und mehr Brücken als Venedig
Ich leben hier immer noch sehr gerne


Sonntag, 14. Mai 2017

Noch mehr aus dem STEINREICH




STEIN REICH

Wo ich mich schon in
Steine verliebte
Diese Orte sind auch
Meine Liebsten geworden
Und liegen sie fern
von mir
erinnere ich mich
ihrer in eine
sehr feinen Energie
das Naturkundemuseum in Berlin
Ein Steinbruch in Südnorwegen
Ein Steine Museum an Norwegens Küste
Mich schmerzt es im
Ganzen Körper
Wenn ich dahingeworfene Abbrüche
Auf Verkaufstischen sehe
Als ich in meiner Kindheit
Erstmals eine Steinsammlung
Entdeckte
In der Ausstellungsvitrine
Meines Geologielehrers
In der Grundschule
Amethyste glitzerten
Aufgebrochen neben
Kiesel, Feldspat und Feuerstein
Alles leuchtete grau
neben Rosenquarz
alle Steine schienen
einander zu lieben
hervorzuheben in
ihren Strukturen und Farben
seit langem schon
lebten sie einen Liebeszauber
mit Schülerinnen, Lehrern und Pflanzen
der verschließbare Schrank
blieb stets unverschlossen
das Gesetz lautete (und lautet noch immer):
Steine gehören niemandem
wir gehören zu den Steinen
sie suchen sich uns bestenfalls


GEOLOGIE IST DIE MUSIK DER ERDE
UNSER UMGANG MIT IHNEN
IST EIN TANZ
WIR GEHÖREN ZUSAMMEN
DIE STEINE TRAGEN UNS
SELBST WENN WIR SIE TRAGEN




Freitag, 12. Mai 2017

MEINE STEINE





MEINE STEINE

Der Bernstein ist mein
alter Knochen
der Rosenquarz mein
altes Herz
der Amethyst bist Du
mein Vater
der Turmalin die
Mutter mir
Der Aquamarin zeugt mir
Vom Wasser
Aus dem ich komm
Wohin ich geh
Der Bergkristall erleuchtet
Mir den neuen Geist
Die Liebe schlägt
Im Karneol
Der Türkis reinigt
Meine Adern
Aus allen andern Steinen
Bin ich auch gekommen
Und werde einst zu
Ihnen zurück wandern
Mein Glück dass es
Die Steine gibt