Schönheiten im Alltag

Schönheiten im Alltag

Sonntag, 15. April 2018

TRAUERKULTUR Mir gehört der Himmel





TRAUERJAHR Dir da Drüben

Mir Nichts Dir Nichts
Ich ja nicht
                        Du ja doch
Wir beide ambivalent manchmal
Nie umeinander eher miteinander
Der anderen immer alles
Uns selber eher nichts
Dich JA GANZ
Mich JA BITTE ENTSCHEIDE DICH FÜR MICH
Ich wollte Dir angehören
                                               Ganz
Du bist mein Stern
                                   Ich bin Deine Sonne
LALUNA wollten wir beide sein
Ich scheine ganz für Dich
                                               Ewig
Gut für Dich
                        Da drüben anderwärtig
Aber wer sagt mir denn
Dass Du nicht das ganze Gestirn bist
JETZT
Nur für mich
Mir nichts dir nichts gehört mir der Himmel

Sonntag, 8. April 2018

TRAUERKULTUR Hospiz am Drachenkopf


Auf dem Spaziergang durch Eberswalde auf dieses Hospiz aufmerksam geworden.
Wir waren sehr angetan von dem Text auf der Fassade.

Donnerstag, 5. April 2018

Trauerjahr ERDE





Blumen pflanzen
                        Bedingungslos
                        in die Erde geflennt

Nase schniefen
                        Dreck ins Gesicht
                        Trotz im Rücken

Erde beruhigt
                        Kräuter schützen
                        Stiefmütterchen leuchten

Willst Du da weiter weinen
                        Ja
                        Aber mit viel Lachen





Donnerstag, 29. März 2018

Karwoche Leben mit Verrat und Auferstehung




„Wenn alles still wird, geschieht am meisten.“ Sören Kierkegaard

Dies beschreibt mir die Karwoche in diesem Jahr sehr gut. Ein Bedürfnis nach Stille, den feinen Regungen nachspüren, meditieren, beten, Zwiesprache mit der Anderwelt halten und dazwischen raus, mitten unter alle, anonym und nur auch DASEIN.

Karwoche
Es gab eine Zeit,
                                   da lebte ich
                                   einspurig
mit angezogener
                                   Handbremse
Es gab einen Tag,
                                   da entglitt mir
                                   die Angst
ich sprach
                                   Klartext
Es gibt den Moment
                                   Da erinnere ich
                                   Mich daran,
ich spreche mit
                                   gelöster Stimme
Seither weiß ich
                                   Um den Verrat
                                   An mir
Von Gründonnerstag bis
Karfreitag erinnere ich mich
Ostern lebe ich auf



Dienstag, 20. März 2018

TRAUERKULTUR Der Erinnerung einen Platz schenken



 Seit geraumer Zeit folge ich einem Fotoblog, in dem die Fotografin eine Serie zeigt mit Stühlen und Sitzplätzen verschiedener Art, die leer sind.
„ Empty Places“ , so heißt dieses Album, ist erfüllt mit  leeren Plätzen, und den meisten dieser Bilder wohnt eine tiefe Sicht inne, die den Ansehenden mit einer großen emotionalen Kraft auf die LEERE dieser Plätze hinführt. Als gäbe es eine einsame Seele, die all diese Plätze erblickt und sie mit unserem Blick uneinsam machen würde. Sie qua unserer visuellen Anwesenheit der lebendigen Gemeinschaft zurück empfiehlt.
Irgendwann erwähnte die Fotografin, dass diese Serie sie nie verlassen würde, sie also immer weiter in ihr fotografieren würde. Der erste einsame Platz war der leere Sessel ihrer damals grade verstorbenen Mutter gewesen. Dieser Zauber oder Schmerz oder diese Erkenntnis setzt sich in uns fort, wenn wir diese Bilder erkennen und anschauen. Jedenfalls geht es mir so.

https://www.flickr.com/photos/alinss/ 

So ähnlich motoviert hatte sich meine Foto Serie Bank mit Rucksack entwickelt. Als meine Lebenspartnerin vor einigen Monaten verstarb, galt es ihren Haushalt aufzulösen und alles wegzugeben und zu verschenken, das nicht bei mir bleiben konnte. Darunter befand sich auch ihr Rucksack, den sie noch wenigen Monate vor ihrem Tod erstanden hatte. Er war groß genug, um auf dem Markt einige Orangen oder etwas Milch zu kaufen und auf dem Rücken Nachhause zu tragen. In guten Momenten schaffte sie den Weg dorthin und wollte mir mit drei Orangen eine Freude machen, eine Überraschung am Ende meines Arbeitstages.
Ich verschenkte den Rucksack an eine sehr gute Freundin und sie war ganz begeistert von seinem Tragekomfort. Ich selber hatte einen eigenen und war an den gewohnt. Nach wenigen Wochen stand ich auf dem Markt und kaufte mir selber Obst ein. Plötzlich hatte ich dies Bild vor Augen mit Barbara und dem Rucksack und dem gebeugten Gang und ihren Mühen und meiner Freude über ihre Mitbringsel und wie es in so Trauerzeiten ist, begann ich heillos zu weinen. Mich überkam eine ungeheure Sehnsucht nach diesem Rucksack und im Grunde nach ihr und so stand ich etwas verloren vor dem Obststand und der Besitzer nahm mich zur Seite und tröstete mich.
Als ich Mittags Nachhause kam, schellte das Telefon. Meine Freundin war dran und sagte: „Halte uns für verrückt oder auch nicht. Grade standen wir vor Barbaras Rucksack und befanden, dass er unbedingt zu Dir zurück müsste und dass wir ihn Dir wiedergeben möchten.“ Und dann begann ich zu lachen und erzählte ihr von meinem Erlebnis. Kurz und gut, der Rucksack kam zu mir zurück und meine Freundin nahm meinen alten an sich.
Seit dem ist Barbaras Rucksack meine treue Freundin und Begleiterin und ich fotografiere ihn auf den Bänken dieser Welt und trage ihn natürlich auch. Vielleicht sitzt dann auch ein Teil meiner Erinnerung an Barbara auf den Bänken.



Donnerstag, 15. März 2018

AUS DER SEELE GEFALLEN





in manchen Nächten falle ich
ohne zu wissen warum
vom Glauben ab
dann fühle ich mich
wie aus der Seele gestoßen
selbst ein schwarzes Loch
weist mehr Licht auf
aber es bricht  sich wie immer
der Tag an der Nacht
die Sterne verglühen
am Morgen scheint wieder
die Sonne am blauen Himmel
tanzen die Schwalben
mein Herz schlägt den Rhythmus
für meine Seele