Dienstag, 2. Dezember 2014

ADVENTsZEIT/ ACHTE AUF DEINEN KONSUM





ADVENTsZEIT/ACHTE AUF DEINEN KONSUM
2.12.14
Kurfürstendamm.
Die Weihnachtsbeleuchtung hält mich in Atem.
Ich bin hier unterwegs, um mir Wäschen und Leggings und Socken zu kaufen.
Ich tummle mich in der Menge und freue mich auf Weihnachten.
Ich lasse mich von einem inneren Flow treiben. Keine Eile.
Als ich alle Dinge zusammen habe, wünsche ich mir einen Kaffee. Im Ampelmännchen sind alle Tische besetzt. Im Rondell des Kanzlers geht nichts mehr. Ich beschließe den Kaffee Zuhause zu trinken und bewege mich in Richtung U Bahn. Da höre ich eine gute Rapper Ballade. Guter Rhythmus, dufter Text über Ausbeutung. Als ich dicht dran bin, verstummt die Musik und viele Hände klatschen. Junge Menschen, schöne Instrumente, viel Lachen. Plötzlich taucht vor mir das Gesicht eines sympathischen Mannes auf.
„Darf ich Ihnen einen Kaffee oder Tee schenken?“
Vor mir hält er einen Becher hoch.
„Sie sind meine Rettung. Ein Kaffee wäre wunderbar. Aber ich trinke ihn am liebsten mit viel Milch. Haben Sie die auch da?“
Er reicht mir eine Tüte voll Milch und gießt mir aus einer Thermoskanne dampfenden Kaffee ein.
Ich bin sehr glücklich über den Moment, den Kaffee und darüber, etwas geschenkt bekommen zu haben.
Plötzlich setzt mein Denken wieder ein.
„Warum bekomme ich diesen Kaffee von Ihnen geschenkt?“
„Das steht alles auf der Banderole des Bechers. Das können Sie nachher lesen. Wir wollen einfach ein Zeichen gegen Ausbeutung setzen. Mehr wollen wir nicht. Und schauen Sie mal, wo Sie grade stehen. Vor dem Eingang zu Starbuck. Die sind teuer und sie zahlen schlechte Löhne und geben nicht einmal Steuern hier ab. Sie tun nichts Gutes für die Allgemeinheit.“
Er sagt das ohne zu  agitieren. Ich bedankte mich und gab meiner Bewunderung Ausdruck.

Auf der Banderole steht:

ACHTE AUF DEINEN KONSUM
Du kaufst und unterstützt:
Kinder, die ich Leben selber gestalten können
Natürlich uns gesunde Lebensmittel
Faire Arbeitsbedingungen und Löhne
Ehrliche Arbeit und das Wohl der Allgemeinheit
Wenn jeder Einzelne der Milliarden Menschen auf der Welt versteht, dass er nichts alleine erreichen muss,
können wir endlich zusammen die Welt verändern.

Auf der Rückseite standen die Negativauswirkungen des Konsums.
Berührt von einer menschlichen Begegnung fuhr ich Nachhause. Auf schlichte Weise reich beschenkt.
DANKE FÜR DEN CAFEENGEL.



Kommentare:

  1. Solche Denkanstöße sind in dieser Zeit wichtiger denn je. Danke dafür. Und witzig....Wäsche, Strümpfe....genau das gleiche hatte ich bei meiner Bummelei letzte Woche auf meinem Einkaufs-Zettel :) Liebe, bayrische Grüße schickt Dir *Hanne*

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    1. Das sind meine Einäufe vom Weihnachtsgeld, eigentlich jedes Jahr. Haste denn was gefunden?Bei mir wars ganz gut...liebe Grüße Ute

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  2. du hast schon den richtigen Weg eingeschlegen im Unterbewusstsein raus aus der Menge die keinen Platz hatte und rein in Menschen die was gutes tun und Spass dabei haben sich andere erwärmen mit erfreuen in dieser Zeit
    Ich bin froh dass ich diese Rummel hier nicht habe vielleicht mal auf einen anderen Weihnachtsmarkt die mit dem Zug hinfahre aber sonst geniesse ich diese kleine Stadt mit all den lieblichen kleinen Sachen ohne Hektik .
    Die kennen hier dieses Wort nicht die Norddeutschen...
    Moin und eine gute erlebnisreiche Adventzeit mit anderen Menschen
    Lieben Gruss Elke

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    1. Bei uns in den Kiezen ist es auch ruhiger. Aber meine Einkäufe mache ich wenns um Wäsche und Leggings geht immer bei dm und dem Kadewe. Zack und fertig. Ich wünsche Dir auch eine erlebnisreiche und ruhige besinnliche Vorweihnachtszeit.Herzlich Ute

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  3. Ja, zur Weihnachtszeit sollte man wirklich aufpassen, was man so alles konsumiert. Kekse, Punsch und üppiges Essen hinterlassen ihre Spuren. Ich persönlich greife ja gerne mal zu aber ich hab auch einen Geheimtrick: Ausreichend Konditions- und Krafttraining dann macht einem die Weihnachtszeit - zumindest auf der Waage keinen Strich durch die Rechnung :D

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