Freitag, 15. August 2014

WONDERSTORY Die Stimme aus der ANDERWELT






 WONDERSTORY Die Stimme aus der ANDERWELT
 
Kurz vor unserem Saturnreturn begann eine Freundin sich für Stimmen aus dem Jenseits zu interessieren. Wir wohnten in einer WG zusammen. Wir waren dabei, uns unserer Lebenspuren zu vergewissern. Wir klopften unsere Träume auf ihren Charakter ab und überlegten mit viel Raubbau uns selber gegenüber, wohin wir unsere Schiffe fahren sollten. Wir wurden richtig erwachsen und glaubten schon seit zehn Jahren, dass wir alt wären und die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. Wir waren tolle Frauen.
Wir hatten damals sehr wenig Geld und es gab so eine Phase, da wir uns Dinge des täglichen Lebens irgendwie organisierten. Wir lebten ebenso wie meine Nachbarn manchmal von der Hand in den Mund, und so schoben wir die Haushaltsgelder, Mieten und Lebensmittel von Auszahltagen zu Auszahltagen, genossen gemeinsam Gelage ebenso wie Arme Ritter.
Eines Tages kam meine Freundin mit ein paar roten Stiefeletten Nachhause und nacheinigem AH und Oh war klar, die waren organisiert und die Geschichte war recht amüsant und temporeich, und wir fanden nichts dabei.
Und nun standen wir B. und ich vor der Urania und besuchten eine Veranstaltung, in der ein englisches weibliches Medium auf Anfrage aus dem Publikum mit Stimmen aus dem Jenseits reden wollte. B.s  Vater war erst vor kurzem verstorben, ihre Mutter verstarb schon in ihrer Kindheit, als sie grade acht Jahre alt war. Sie wollte unbedingt wissen, wieso ihre Mutter damals verstorben war und hoffte so sehr auf einen Kontakt mit ihr. Den Tod des Vaters hatte sie eher begrüßt, sie gab ihm die Schuld am Tod ihrer Mutter und auch sonst war der Kontakt eisig abgebrochen worden von ihr. Der Vater hatte sie nie gefördert, den Bruder jedoch in alle Positionen zu heben versucht, wo es eben ging. Von der Seite war nichts Gutes zu erwarten, außer einem reichhaltigen Erbe. Aber das war nicht schlimm, denn B. rechnete fest mit der Mutter in der Session.
Sie trug die neuen roten Schuhe und war auch sonst etwas festlich zurecht gemacht. Mir war die ganze Sache eher etwas suspekt. Das mit den Stimmen aus dem Jenseits erschien mir seriös, aber das Medium, da war ich mir eher unsicher.
Wir saßen ziemlich weit hinten, die Veranstaltung war sehr gut besucht.
Vorne auf der Bühne nahm eine Mittfünfzigerin Platz, die eher farblos und ziemlich bieder daher kam. Irgendwie hatten wir uns viel TamTam und Buntheit vorgestellt und ich lernte damals, dass Medien im Allgemeinen Menschen sind, die eher unauffällig und eben grade ohne Trara ihre Medialität zu pflegen bereit sein müssen, manchmal viel Alltagsdisziplin an den Tag legen und auch eine Menge Spaß allgemein im Leben haben. Die Englischen trinken zwar gerne Whisky aber müssen leider aus Achtsamkeitsgründen eher sehr genau auf die Menge achten.
Wie gesagt, sie begann mit einer heiteren Einführung, sprach etwas über NON Profit in dieser Berufung, dass in dieser Berufung die Seriösität  unter anderem daran erkannt wird, dass kein Geld damit gemacht werden darf. Wir hatten auch keinen Eintritt gezahlt. Die Raummiete hatte eine deutsche Förderin übernommen, Namen wurden auch hier nicht genannt.
Nach einer Weile wurde es etwas komisch. Einige warteten darauf, ihre Anfragen an die Dame loszuwerden, auch B. wirkte ungehalten, als das Medium immer öfter während ihres Vortrages in unsere Richtung schaute.
Plötzlich hielt sie inne.
„Ich weiß nicht, junge Frau“, sie zeigte direkt auf B., „ob ich ihnen jetzt zu nahe trete. Aber hinter ihnen steht ein alter Mann und versucht mich eindringlich dazu zu bewegen, ihnen eine Botschaft zukommen zu lassen. Sind sie hier, um eine zu hören?“
B. blühte sofort auf, stellte sich hin und bejahte.
„Sie sollen die roten Schuhe zurück bringen oder auf der Straße zum Verschenken abstellen. Das ist nicht Recht im Sinne des Lebens“, sagt er, „es würde sie nicht glücklich machen.“
B. wurde Feuer rot, und ich war ziemlich baff und aufgeschreckt.
„Können sie damit etwas anfangen?“
B. nickte.
„OK, neben ihnen steht eine junge Frau, die will auch was loswerden. Sie macht so Bewegungen, als würde sie sie auffordern zu malen, sehr nachdrücklich, als sollten sie weiter machen. Über die roten Schuhe lacht sie. Können Sie damit etwas anfangen?“
B. lachte und bejahte.
Dann schaute die Lady mich an.
„Wollen Sie auch etwas hören?“
Ich war erstaunt und hatte mit gar nichts gerechnet, zögerte ob der Entdeckungen bei B. einen Moment, aber bejahte. Es gab genug Leichen im Keller, so viel Angst saß trotzdem in meiner Brust.
„Neben ihnen steht ein älterer Mann mit Aktentasche, Lehrer, ihr Geschichtslehrer. Er sagt, sie sollen die Suche nach einem Beruf beenden, er käme von ganz alleine zu ihnen und sie würden es merken, wenn es ernst wird. Und es kann sein, dass er sich bei ihnen direkt meldet. Er verschwindet grade wieder. Ein Tipp, schrecken  sie nicht zusammen, wenn er sich meldet, sondern hören sie ihm zu. Er scheint für ihr Leben wichtig zu sein. Wenn sie erschrecken verschwindet er sofort, er ist sehr flüchtig.“
„Ist er tot?“ fragte ich erstaunt, ich hatte ihn ganz aus den Augen verloren.
„Er ist sehr tot, sonst liefe er hier nicht so klar aber flüchtig durch uns hindurch…“, die Dame lächelte verständnisvoll, „aber er scheint seinen Beruf nicht aufgegeben zu haben,“ lächelte sie mir ins Gesicht voller Verständnis für ihn.
Ich war begeistert und dankte, B. zeigte ihre Betroffenheit nicht, aber ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie tief berührt war.
Für uns war der Abend gelaufen. Wir bekamen noch viele Geschichten zu hören, Ich bewunderte die Präsenz und Kraft der älteren Dame.
Später lernte ich viel über das Wahrnehmen und übte mich im Hellhören und der ausgerichteten Aufmerksamkeit, alles Ebenen, die ständige Übung, am besten auch in gleichgesinnten Zirkeln oder Kreisen voraussetzt. Dr. Rosina Sonnenschmidt ist darin eine wunderbare Lehrerin. In ihrem großen Praxisbuch der englischen Psychometrie und Atemenergetik beschreibt sie die grundlegenden Übungstechniken und stellt sie vor. Früher hat sie auch ausgebildet.
B. jedenfalls war bedient. Ihr Vater, ehemals Oberlandesrichter war ihr eben nochmals recht flott in seiner ganzen Autorität mit seiner Rechtsauffassung erschienen und es fiel ihr nicht ganz leicht, vor lauter Opposition nicht doch die Schuhe zu behalten, aber sie verschenkte sie wie vorgeschlagen. Sie war schon zu jenem Zeitpunkt Malerin und ist es immer geblieben, mehr brauchte sie von der Mutter auch nicht.
Der Geschichtslehrer hat sich nur wenige Monate  später an meinem Geburtstag gemeldet. Ich hatte keine Zeit mich zu erschrecken, auf diesem Geburtstag ging es hoch her und er rief an. Meine Schwester, die abgenommen hatte, reichte mir den Hörer und sagte noch so lapidar:“ klingt wie aus dem Jenseits, so schlecht ist die Verbindung!“ Ich wusste sofort, dass er es sein müsste. Und wirklich, wenn aus dem Jenseitigen jemand das Radio oder das Telefon nutzt, es klingt sehr fern und oft sind auch Störsender dabei. Es klingt, als würden sie auf Wellen mit viel Wind zu uns reiten wollen und wir müssen die Ohren oder Augen sehr auf Empfang haben.
Es gibt auch keine Überflüssigkeiten, der Satz oder die Worte gehören gehört, Nachfragen stören und sind in dieser Kommunikation nicht enthalten. Es ist ganz wichtig immer sofort WACH zu sein. Das ist wirklich eine Sache der Übung.
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen!...“ und schon war der Apparat wieder frei ohne Teilnehmer außer mir.
Ich hatte ein Arbeitsangebot selber gestellt und ahnte damals schon, dass es trotz niedriger Bezahlung die Grundlage für mein ganzes berufliches Leben werden würde.
Erwähnenswert mag in diesem Zusammenhang noch sein, dass unsere Erwartungen nicht unbedingt mit den Botschaften zusammen fallen. Die Rechtsauffassung des Vaters war gar nicht mehr moralisch aus der Anderwelt gekommen, sondern sollte nur deutlich machen, dass B. eben genau überlegen darf, was sie will, und dass das Echo auf unser tätiges Leben immer auf uns zurück geht. Wir haben beide nie wieder etwas organisiert. Eher haben wir uns gegenseitig und jede sich selber organisiert. Die Begegnung aus der Anderwelt war für uns heilsam und für mein Leben auf jeden Fall viel versprechend.
Noch vor wenigen Wochen, es sind mittlerweile dreißig Jahre vergangen, traf ich eine alte Schuldfreundin, die mir erzählte, dass sie von unserem Geschichtslehrer oft träumt. Sie war darüber verwundert, da sie kein so große Anbindung an ihn hatte. Ich war sofort WACH und fragte nach dem Trauminhalt. Sie erzählte, dass er sie so sehr auf ihre derzeitige Abhängigkeit hinwiese und sie auf ihre jugendliche Unabhängigkeit verweist. Sie mochte die sphärischen Stimmungen der Inhalte nicht. Sie war grade dabei, ihre Scheidung hinauszuzögern und konnte den Inhalt nicht hören. Ich spürte sehr schnell, dass dies nicht meine Party war und hielt mich zurück. Es gibt Menschen, die in ihrer Abhängigkeit am liebsten bestehen wollen und sich nur darin sicher fühlen. So ist es mit uns Menschen.
So kann`s gehen mit der Anderwelt, wir haben den Schlüssel in uns in der Hand, wir dürfen ihn benutzen, müssen es aber nicht. Wir leben nämlich in dieser Welt, der TRAUMWELT. Hier werden unsere Träume geboren, von uns ausgewählt und gelebt, wir setzen unser Leben selber in die Welt und dürfen reflektieren, annehmen, kämpfen, agieren, unsere Tastatur ist riesengroß, auch wenn wir das vielleicht nicht immer glauben oder spüren.
So in dieser Traumwelt unterwegs zu sein, heißt für mich auch, dass Krankheiten und Dilemma dazugehören oder erst einmal Unwägbares. Mein Umgang ist der Schlüssel und ich bin sehr froh, dass ich gemeinsam mit der Anderwelt und vielen anderen Wesen und Freundinnen hier in der Traumwelt verbunden durch mein Leben träume.
Werte Grüße an den Geschichtslehrer und die Damen und Herren der Psychometrie. Vielen Dank.




Kommentare:

  1. Puuuhhh....erstmal AUSATMEN! Deine Geschichte hat mich voll gefangen genommen. Deine Zeilen lassen meine alten Geschichten wieder hochkommen....Ich hatte schon einige Kontakte mit einem Geistheiler und einer australischen Schamanin, die regelmäßig nach Deutschland kam. Meine -verstorbene- Oma sprach Überraschendes beim systemischen Familienstellen.....Deine Story hat mich wieder neugieriger auf die Anderswelt gemacht. Dank' Dir dafür :)

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  2. Schamanin hatte ich eine Begegnung die half mir meine inneren Krafttiere zu erkennen ,, jetzt zu deiner Geschichte wie spannend sass ich da und las sie aufmerksam ich find sie normal solche Begegnungen haben viele so wie du schreibst es kommt drauf an ob man diese Traumwelt erkennen will. Ich lebe und tu sie nicht ab es gehört in meine Welt und so kann ich sie leben bis jetzt auch wenns ein mordsscherer Weg gab!
    Danke für diese enorme wichtige Geschichte aus deinem Leben!
    Lieben Gruss Elke

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